Die Abstimmung für Ernährungssicherheit müsste eigentlich "Ernährungsunsicherheit" heissen, denn damit wird die Landwirtschaft dem freien Handel geopfert.

Der Titel Ernährungssicherheit ist irreführend

Im Original heisst es: "Der Bund stärkt die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus vielfältiger und nachhaltiger einheimischer Produktion". Der Gegenvorschlag, welcher zur Abstimmung gelangt, will eine auf den Markt ausgerichtete Land- und Ernährungswirtschaft sowie grenzüberschreitende Handelsbeziehungen. Der Bundesrat ist unter Druck. Ohne Einbezug der Agrarprodukte sieht er angestrebte Freihandelsverträge gefährdet. Zudem rügen die WTO und die USA die Schweiz wegen Importrestriktionen und Importzöllen im Agrarsektor. Die EU will eine Reduktion von Ausnahmeregelungen in Bezug auf das Cassis de Dijon-Prinzip, ebenso wendet sie sich gegen die neueren Swissness- Regelungen. Auch hat die WTO im Jahr 2015 Exportsubventionen verboten. Na und? Dies alles ist kein Grund, mit einem Ja unsere Landwirtschaft zu opfern zugunsten von Freihandelsverträgen. Denn teure Produktionskosten, Kleinräumigkeit, Topographie, Qualitätsstandards, Umweltschutzvorschriften, hohe Löhne, Klima etc. sind zu grosse Wettbewerbsnachteile für die Landwirtschaft.
Unser Land soll sich besser selbstbewusst und mit guten Gründen dafür stark machen, dass jedes Land eine möglichst hohe Eigenversorgung anstreben kann. Weniger unnötige Transporte sind auch Umweltschutz. Weiter sind damit die Länder bei Krisen weniger gefährdet, in eine Versorgungsnot zu geraten, wenn die Abhängigkeit vom Ausland generell geringer ist. Importe, was und wo nötig, sollen weiterhin erlaubt sein. Dagegen hat niemand etwas. Dies war anhin auch schon möglich.
Es braucht unbedingt ein Nein zu dieser schädlichen Vorlage, wenn uns die Landwirtschaft noch etwas wert ist!

Der Bundesrat Johann Schneider-Ammann in einem Interview vom 8. Juli 2017 in der NZZ (Bauern stehen nicht unter Heimatschutz):
„Der Schritt Richtung offene Märkte tut der Landwirtschaft zwar weh, aber er bedroht nicht ihre Existenz per se… Der nächste Schritt dorthin ist die Abstimmung am 24. September.“

Klare Worte, deshalb Nein!

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Kommentar von Barbara Sägesser:

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