Leitbild Entwicklung Kaserne Aarau: Das Ziel aus den Augen verloren?

Das vorliegende Leitbild Kaserne von Stadt und Kanton ist inhaltlich bescheiden und könnte (Budget Phase II) stolze CHF 97'200.-- kosten.

Die Etappierung zu Beginn war zeitlich, inhaltlich und finanziell sehr wertvoll, weil so auch die breite Meinung aus Bevölkerung und Politik genügend Raum bekommen hat. Und es zeigt sich, dass diese Erkenntnisse und das Mitwirken von Allen im „Forum Kaserne“ Echo-Raum I, wichtig und sehr gut war.

Das Resultat beider Anlässe, Forum I und Forum II, zeigt beide Male, was die Bevölkerung will. Die grosse Mehrheit sieht im Kasernenareal eine Piazza und Grünfläche. Diese Erkenntnisse stammen aus verschiedenen Themenbereichen und den “Tisch-Diskussionen“. Diese Ausgangslage reicht, um auf dieser Grundlage eine straffe Testplanung zu starten. Ein tieferer Detaillierungsgrad ist zum heutigen Zeitpunkt überflüssig. Auch weitere öffentliche und aufwendige Moderationen sind wenig Zielführend. Die vorliegenden Leitsätze sind jene, die bereits im ersten Echo-Raum evaluiert wurden. Nebst den Tischdiskussionen kommen noch die Moderation und das nochmalige aufwärmen der Leitsätze aus dem ersten Echo-Raum im zweiten Echo-Raum dazu. Ein weiterer Mehrwert ist seit dem "Forum Kaserne" Echo-Raum I nicht ersichtlich.

Man bedenke: In den nächsten 15 Jahren kann sich die heutige Ausgangslage immer wieder ändern. Als schlechtes Beispiel sei hier die Euphorie der Konzeptionen von Einkaufszentren vor 15 Jahren zu erwähnen, die heute teilweise umgesetzt sind und im Markt Mühe bekunden, denn aufgrund des Online-Handels heute hat sich das Konsumverhalten massiv verändert. Also wissen wir nicht, was 2030 das wirkliche Bedürfnis ist und so kann der Umfang heute und jetzt für eine Testplanung noch gut angepasst werden. Das weniger mehr ist, zeigt das Beispiel Schwanbar: Man gebe ihnen einen Platz und den unternehmerischen Freiraum. So einfach funktioniert das!

Die angespannte finanzielle Situation von Stadt und Kanton erlauben es nicht, eine umfassende und teure Testplanung zu starten und quasi im „Glashaus“ raumplanerische und architektonische Experimente mit einer möglichen Volumenstudie zu Lasten der Steuerzahler zu tätigen, da die Aarauer Bevölkerung im Echo-Raum I bereits die Priorität zur Piazza bejaht hat. Eine straffe Testplanung soll, nebst dem Aspekt „Piazza“, die möglichen Antworten für Nutzer, Betreiber, Mieter und Anstösser der direkt angrenzenden Quartiere geben. Ebenso soll eine Aussage zur schrittweisen Nutzungsmöglichkeiten der bestehend Struktur gemacht werden. Wie zum Beispiel die Zwischennutzungen, dass Räume nicht leer stehen (Gastrosocial Gebäude).

Es ist bedauerlich, wie zur Zeit der Aarauer und Aargauer Finanzhaushalt geführt wird. Aus heutiger Sicht bestehen kein zusätzlicher Mehrwert und keine neuen Fakten seit dem ersten Echo-Raum. Bleibt zu hoffen, dass Stadt und Kanton mit der Fortführung der Testplanung Kaserne umsichtiger und bescheidener vorgehen werden. Weiter ist zu hoffen, dass das Budget für die Phase II nicht ausgeschöpft wurde.

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