"Der Markt existiert nicht."

Keine Angst. Er existiert schon. Der Titel ist einfach der eines neuerschienenen Buches eines Ketzers. Gehört heute Morgen in dieser Sendung:"Wendet euch von Mammon ab".

Und nein, damit ist nicht die Abwendung von Markt und Kapitalismus gemeint, sondern von deren Vergötzung. "Mammon" hat ja eine Götzenfunktion, weshalb ich hier immer von Mammonismus schreibe, wenn hier jemand in religiösem Fanatismus Marktfundamentalismus predigt. Bezeichnenderweise ist diese Sendung auch aus der Rubrik "Religion". Sie beschäftigt sich Sonntag für Sonntag mit Themen zu Islam, Judentum, Christentum, Buddhismus usw. In der heutigen Ausgabe eben mit Mammonismus.

In Abrede gestellt wird in dieser Sendung, dass der "Markt" eine eigenständige Persönlichkeit bzw. Gottheit sei. Auch wird erwähnt, dass Adam Smith mit seiner "unsichtbaren Hand des Marktes" so falsch zitiert wird wie der andere Religionsstifter Marx mit seinem "Religion ist Opium fürs Volk". In beiden "Bibel"versen wird das Wörtchen "wie" vergessen oder unterschlagen. Smith ist es einfach vorgekommen wie eine unsichtbare Hand, wenn der Markt ideal funktioniert. Tut er aber genauso wenig wie eine nicht mit einem Blick überblickbare kommunistische oder libertäre Gesellschaft ohne Psychopathen. "Trickling down" ist eine Illusion, solange oben im Markt das Durchgesickerte unten grösstenteils sofort wieder mit Monopolen, Marktverzerrung, Patentgesetzen, Marktüberhitzung und Angebotverknappung abpumpen. Oder das "trickling down" gleich verhindern mit schäbigen Löhnen oder Entlassungen.

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