Wenn zwei das Gleiche tun...

Heute fanden sich wieder interessante Gegensätze in der Presse:

Jungscharen hetzen gegen Schwule

sowie

«Durch Hände auflegen kann Aids geheilt werden»

und

«Ein Verbot ist unverhältnismässig»

Es ist schon interessant, wie sich Religion auf Menschen auswirken kann und wie schwer wir uns tun, speziell deren Auswüchsen zu begegnen:

Theologische und säkulare Spiritualität nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie in ihrer Verschiedenheit aufeinander zu beziehen, ist das Gebot der Stunde. Die religiösen Traditionen werden fundamentalistisch, wenn sie im Recht, in der Umgangssprache, in alltäglichen Bildern und Zeichen steckenbleiben. Gottes Geist wird dabei vergegenständlicht und eingereiht in verfügbare Objekte. Ein spirituell gelebter Glaube aber, der sich an der Mystik der eigenen Tradition orientiert, ist nie fundamentalistisch. So wie er sich zum Geistgrund der eigenen Wahrheit hin vertieft, überschreitet er sich gleichzeitig selbst und öffnet sich für die Anderen. So sucht die Spiritualität der Bibel und des Korans das Gespräch mit allen Menschen guten Willens, ob säkular oder gläubig. Auch die säkulare Tradition droht in einem empirischen und rein faktenbasierten Fundamentalismus steckenzubleiben. Ihre scheinbar tolerante Haltung kann dann auf einmal mit den religiösen Traditionen nicht mehr umgehen. Wenn die Öffnung auf das Transzendente hin geleugnet wird, wird Glaube nur noch als irrational und abergläubisch wahrgenommen.

Der Geist Gottes wird im Lärm der vielen Geister nicht mehr gehört

Nun, es scheint mir, dass uns der Umgang mit Überzeugungen und Dogmen auch in Zukunft nicht so einfach fallen wird - ich meine, wer wird den allen Ernstes behaupten können, dass er den Geist Gottes im Lärm der vielen Geister in der täglichen Überdosis von Skandalisierung noch hört?

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