Über die Wehrpflicht und andere Folklore

Heute habe ich ganz überrascht den Text von Reiner Eichenberger gelesen, der doch kurzerhand deklariert: Die Wehrpflicht ist ein Auslaufmodell.

Ich habe bei vielen Themen das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie Herr Eichenberger, aber bei diesem Text kann ich ihm nur zustimmen. Selbstverständlich gehört vor einer derartigen Umgestaltung aber auch die Überlegung, was denn der Sinn einer Schweizer Armee genau sein soll - gegen welche Bedrohungen wir wen mit wie viel Aufwand ausrüsten sollten.

Und wenn wir schon beim Ausmisten von Folklore-Vereinen sind, müsste man sich auch überlegen, wie viel Partikularinteressen - wie z.B. die der Schützen -
eine Integration in eine Sicherheitsarchitektur wie den Schengenraum gefährden dürfen. Selbstverständlich will ich kein Referendum verhindern, würde aber ein möglichst klares Votum zugunsten der sehr viel wichtigeren Rechte und Pflichten als Schengenmitglied sehr begrüssen. Es kann doch echt nicht sein, dass 10 statt 20 Schuss im Magazin und die Verpflichtung, den Umgang mit der Waffe in einem Verein seriös zu trainieren, Grund dafür sein kann, die internationale Vernetzung und die Vorteile des Schengenraums aufzugeben. Dies kommt mir echt vor wie eine Folkloretruppe in einer modernen, vernetzten Welt - ein totaler Anachronismus. Oder wie eine hidden agenda der Europhobiker.

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