stille Lohnkürzung der selbständigen Hebammen

Freipraktizierende Hebammen sind für Geburten und Wochenbettpflege über Wochen in Ruf-Bereitschaft und müssen für die angemeldeten Frauen rund um die Uhr erreichbar sein. Die Einsätze erfolgen meist kurzfristig, oft am Abend aber auch an Wochenenden. Diese Dienstleistungen und Bereitschaftsdienst (Pikett) ist durch die Krankenpflege-Grundversicherung in der Regel nicht gedeckt. Die Hebamme ist in den ersten 8 Wochen nach der Geburt und nach dem Austritt aus dem Spital nach Hause für die junge Familie eine wichtige und erste Anlaufstelle.
Die Höhe wie auch die Übernahme des Pikettgeldes ist in jedem Kanton unterschiedlich geregelt. Das Pikettgeld ist ein wichtiger Bestandteil des Lohnes einer selbständigen Hebamme und wird in der Regel von der Wohngemeinde der Wöchnerin übernommen. Nun sind die Gemeinden des Kantons Zürich daran, diese Entschädigung nicht mehr zu übernehmen. Aus Spargründen aber auch aus Unwissenheit der Gemeindepolitiker darüber, welchen wichtigen und günstigen Dienst die Hebammen leisten, wird diese Entschädigung oft von den Gemeinderäten still gestrichen. Davon hat die Bevölkerung nur am Rande Kenntnis. Die Hebammen werden so gezwungen, diese Entschädigung von den jungen Familien einzufordern. Die Erreichbarkeit der Hebammen ist mit diesem kleinen Betrag von 115.- Franken nur teilweise abgedeckt - für das Budget einer jungen Familie ist dieser Betrag aber oft enorm.
Es stellt sich dringend die Frage, weshalb die Gemeinden in stiller Eigenregie und Ignoranz etwas abschaffen, was eigentlich einmal als verbindliche Vereinbarung festgehalten wurde. Nämlich, dass die Hebammen Mitglied eines Berufsverandes sind und mit Weiterbildungen die Qualität ihrer Arbeit garantieren und die Gemeinden im Gegenzug die Pikett-Entschädigungen übernehmen. Wo bleiben da die Politiker und Politikerinnen, die sich für Gesundheits- und Familienthemen einsetzen? Es braucht dringend engagierte Politiker und Politikerinnen, die die günstigen Anbieter des Gesundheitswesens unterstützen!

17 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Krankenversicherung»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production