Atomkraft ist ein Krebsgeschwür und trotzdem NEIN

Der Vergleich mit Krebs ist vielleicht etwas makaber ist aber leider treffend.

„Die Energiestrategie über welche wir abstimmen ist wie ein Medikament gegen Krebs, welches den Krebs nicht besiegen kann, keine Linderung verschafft aber ungewollte Nebenwirkungen hat“.

Vorweg:
Ich komme aus der Energiebranche und befass mich Beruflich wie Privat mit Energie Themen.
Ich habe eine Technische Ausbildung und weis was eine Kilowattstunde ist. Auch kenne ich den Energieverbrauch in meinem Haus vom Wärmepumpenboiler separat und der der Heizung auch separat gemessen und des Allgemeinen Strom auf eben diese eine Kilowattstunde genau. Ich bin überzeugt das dies die meisten Befürworter der Energiestrategie nicht wissen von ihrem eigenen Energiekonsum. Die Befürworter der Energiestrategie fallen auf den Atomausstieg herein an dem die ganze Vorlage aufgehängt wird was alleine gesehen ja ein erstrebenswertes Ziel ist.

Wir haben jetzt schon Überschüsse von PV, Wind etc. für welche Energievernichter installiert werden müssen oder über Schienen-Heizungen verbrannt werden. Die Vorlage tut zu wenig für die Speicherung der Energie und fördert somit das grösste Problem in ihrer Lösung nicht. Die Speicherung müsste als erstes gefördert werden und der Ausbau der Netze das Sie überhaupt den Zuwachs an PV und Windenergie effizient nutzen können. Wenn Sie etwas Sähen und Ernten es aber nachher nicht speichern, lagern oder Verteilen können nützt dies leider herzlich wenig. Und die Bürger zahlen die Rechnung trotzdem für etwas was nicht ausreichend genutzt werden kann. Wobei ich sagen kann, dass im Kontext der Umwelt die Kosten für mich keine Rolle spielen, dass alleine wäre kein Argument die Energiestrategie abzulehnen. Nur wenn es kostet soll es auch etwas nützen und nicht nur einzelnen Wirtschaftszweigen durch unsinnige Vorschriften und Gesetze Umsätze zuschanzen.Darum lieber kleinere Schritte machen und nicht so ein Mega-Werk was die Entwicklung nicht berücksichtigen kann.

Die Teile in der Vorlage welche die Vorlage unannehmbar machen sind auch in den anderen Teilen zu finden! Die Folgen für die Wirtschaft sind enorm! Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz hängt nicht nur von den Unternehmen ab sondern auch was am Ende des Monats von dem Geld übrig bleibt welches die Arbeiter von den Unternehmen als Lohn bekommen.

Die Architekturbranche wird Einbrüche erleben weil die Umbauten zu teuer werden und die Heizungs-Unternehmen werden weniger Sanierungen vornehmen können weil die Kosten für die Sanierungen enorm steigen. Somit wird die alte Heizung so lange wie möglich am Leben gehalten und umbau vorhaben verzögern sich weil sie nicht mehr bewilligungsfähig sind.

Da nützt die Abbruch-Prämie eines Hauses nicht viel und deckt nicht die Kosten um welche der Umbau dann Teurer wird. Also wird das Haus noch so lange wie möglich so belassen wie es eben ist. Diese Energiestrategie setzt nicht genügend anreize um zu sanieren!

Wir haben jetzt schon viele unsinnige Verbote die den Heizungsingenieuren Arbeit zuschanzen (darum sind diese auch Befürworter und gut organisiert in Zahlreichen verbänden die pro Lobbieren) die Unternehmen die sich bereichern, gerade im Heizungsbereich sind übrigens nicht Schweizer Unternehmen sondern diese Umsätze gehen nach Deutschland und diese produzieren vorwiegend in Asien oder im Osten von Europa. Auch werden in der Schweiz keine Teile für Solaranlagen produziert oder zumindest fast nichts! Also auch dort wandert das Geld ins Ausland.
Beispiel Solaranlage PV: Rund 70% der Kosten für eine Solaranlage gehen ins Ausland für das Material! Es gibt keinen einzigen Wechselrichterhersteller für PV Anlagen mehr in der Schweiz.

Die Energiestrategie lässt keinen pragmatischen Innovationsprozess mehr zu in vielen Bereichen vor allem im Bereich der Gebäudesanierungen. Die Verbote und Richtlinien die auf uns zukommen sind teuer und leider nicht Zielorientiert. Dies hat entweder zur folge das weniger gebaut und umgebaut wird und oder auch das diese welche zu einer Sanierung gezwungen werden von den Kosten erschlagen werden.

Wir haben jetzt schon eine Reihe von Vorschriften und Verboten die eigentlich keinen Sinn machen oder keinen Nutzen für die Umwelt haben aber Stur umgesetzt werden. Es reicht!!

Ein weiteres Beispiel verdeutlicht dies an den aktuellen schon geltenden Gesetzen:
Die Besitzer einer Elektroheizung welche für ein Einfamilienhaus 15000 Kilowattstunden benötigen für die Heizung, während eines Jahres, müssten theoretisch diese Heizung ersetzen durch z.B. eine Wärmepumpe. Der Energieverbrauch der Wärmepumpe wäre nach der Sanierung noch ca. 6000 Kilowattstunden welche sie vom Netz beziehen muss was ja sinnvoll wäre. Der Investitionsbedarf ist für so ein EFH laut Offerten die mir Vorliegen bei über 60000 CHF. Dies vor allem weil ja kein Leitungssystem vorhanden ist in diesen Häusern für die Radiatoren oder Fussbodenheizung. Will der Besitzer aber eine PV Anlage zur eigenen Energie Produktion auf dem Dach installieren welche für wesentlich weniger Geld zu haben ist, für ca. 25000 CHF fertig installiert, mit einer Jahresproduktion von 12`000 Kilowattstunden aufwartet, was unter dem Strich sogar ein besseres Ergebnis liefert, wird diese Erneuerbare Energie nicht angerechnet! Das heisst im Klartext, dass die Wärmpumpe welche ihre erneuerbare Energie aus der Luft oder durch eine Tiefenbohrung gewinnt ist besser gestellt als Strom aus einer Photovoltaikanlage (PV) und der Bürger verliert weil der Heizungsingenieur mit dieser Lösung keine Arbeit hat!

Dies wäre zum Beispiel eine sinnvolle Strategie, dass die welche elektrisch heizen einen Teil selber Produzieren müssen und zwar mindestens im Rahmen von 40%, was ungefähr dem Atomstromanteil der Schweiz entsprechen würde ihres Jährlichen Energieverbrauchs und so würde eine Sinnvolle praxisorientierte Ablösung der Atomkraft vorangetrieben ohne Wohlstandsverlust ohne Kaufkraftschwächung. Aber in diesem Kontext gilt Strom aus Photovoltaikanlagen (PV) plötzlich nicht mehr als erneuerbare Energie………… lustig nicht!

Es gäbe noch einige solcher kurioser Beispiele nur schon anhand der aktuellen Gesetzte wie oben beschrieben aber das würde hier zu weit führen.

Fazit:
Die Energiestrategie muss zurück und Pragmatischer ausgelegt werden. Sie berücksichtigt in keiner Weise die Entwicklung der Stromproduktion weil zu viele Verbote enthalten sind, die Innovationen verhindern und nicht fördern. Weiter schadet sie nachhaltig unserer Wirtschaft insbesondere der Baubranche und vor allem den Bürgern in diesem Land. Wir schwächen uns damit und tun der Umwelt leider keinen Gefallen damit. Sie ist so unsinnig aufgebaut wie seinerzeit die Minarett Initiative. Im aktuellen Grundgesetz und in den geltenden Bauvorschriften ist eigentlich schon das meiste geregelt. Die Vorlage muss kleiner werden und Zielgerichteter mit pragmatischen, praktischen Möglichkeiten die auch wirklich nachhaltig sind und in welcher nicht einzelne ausgeschlossen werden. Das ganze Thema Graue-Energie wird in der Vorlage überhaupt nicht angesprochen und wäre in vielerlei Hinsicht eigentlich das Thema überhaupt in Sachen Nachhaltigkeit!!
Förderung Erneuerbare Energien JA aber nicht so!! Darum hoffe ich auf ein Nein!

58 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Energiestrategie 2050»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production