Energiesteuer als Zwangslenkung

Als Gebäudetechniker mit Weiterbildung in der Solarplanung, freut mich jede weitere wirtschaftlich ausgelegte Solaranlage, welche der Schweiz ökologischen Strom und Wärme liefert. Mit dem bisherigen Fördersystem von Bund und Kantonen wurde ein Anreiz geschaffen, um erneuerbare Energien weiter voranzutreiben. Die neue Energiestrategie 2050 hat ehrbare, aber zugleich hoch gesteckte Ziele, welche mit dem heutigen Stand der Technik und dem hohen Standard der Verbraucher nur mit einer massiven Verteuerung aller Energien umgesetzt werden kann. Bis 2035 soll der Energieverbrauch pro Person um 43% und der Stromverbrauch um 13% gegenüber dem Stand vom Jahr 2000 gesenkt werden. Nach Studieren der jeweiligen BFE Statistiken bedeutet das innerhalb der letzten 20 Jahre eine Stromreduktion von ca. 10% und eine Gesamtenergiereduktion von rund 32%. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Energiezuschlag sicher um mehr als die, in dieser Vorlage beschlossenen, 2,3 Rp./kWh verteuert werden. Da die Grosswirtschaft mit hohen Energieverbräuchen solche Kosten niemals verkraften könnte, sind für einzelne Gruppierungen Ausnahmen beschlossen worden. Die übrigen Energiekonsumenten werden entweder Energie einsparen oder aber mehr dafür bezahlen müssen. Welcher Bürger hat das Potenzial, derart massiv Energie einzusparen? Vor über 100 Jahren gab es vor allem Holzfeuerungen, welche zum Kochen und gleichzeitig zum Heizen für bis zu zwei Räumen genutzt wurden. Gebadet wurde einmal in der Woche und es gab kein Elektrofahrzeug, keinen PC und kein Smartphone, welche täglich aufgeladen werden mussten. Das Speichern von Energie, ähnlich wie wir es bei den Stauseen bereits kennen, muss deshalb dringend technisch weiterentwickelt und gefördert werden. Eine einseitige Subvention von Photovoltaikanlagen hat bereits in einigen europäischen Ländern dazu geführt, dass bei guter Sonnenstrahlung die Netze derart überlastet wurden, dass andere Erneuerbare wie Flusskraftwerke und Windenergieanlagen abgestellt werden mussten. Sogar in der Schweiz musste, um der Netzstabilität beizutragen, der Strom ohne jeden Nutzen vernichtet werden. Diese Energiestrategie ist für mich keine nachhaltige Politik, deshalb werde ich mich weiter für die Förderung von erneuerbaren Energien einsetzen und diese ungerechte Energiesteuer ablehnen. Falls der Bund unbedingt eine Zwangslenkung auf Energien einführen möchte, wäre es ökologisch sinnvoller, einen Importzoll auf Kohlenstrom zu erheben. Somit wäre unsere einheimische Wasserkraft wieder konkurrenzfähig.

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