Nein zu weniger Lebensqualität - Nein zur Selbstkasteiung - Nein zum Energiegesetz

Hand aufs Herz: Gucken wir uns unseren heutigen Haushalt an, dann steht für alles und jedes ein elektrischer Helfer bereit. Kaffeemaschine, Wasserkocher, Herd, Backofen, Waschmaschine, Tumbler, Haarföhn, mehre Fernsehgeräte, Internet, WLAN Router, Handyladegerät, Computer, Zusatzbildschirm, Motörli für den Grill, der elektrische Rasenmäher, Handtrimmer, Akkubohrmaschine, Küchenmixer, Staubsauger, Ventilator im Sommer, etc. etc. etc. Sogar die olle Ölheizung im Keller braucht Strom, einige heizen sogar noch (unfreiwillig) das Duschwasser mit Strom, und kaufen sich lieber einen Tesla als in die Hausinfrastruktur zu investieren.

Wenn dann der alte Ölkessel den Geist aufgibt, erst dann beschafft man sich einen Wärmetauscher, welcher aber anstatt CO2 produzierendes Öl einfach den Strom anzapft. Bei mir sind das 2‘500 kW/h im Jahr mehr. Und bei anderen sorgt der Vermieter nicht für modernste Infrastruktur, sondern verrechnet die Nebenkosten einfach dem Mieter. Renditeobjekte erfüllen den Break Even zwischen Attraktivität im Sinne eines tiefen Leerwohnungsbestandes, Preis, und Kosten. Weshalb sollte man das Neuste vom Besten installieren? Man wohnt ja nicht selbst drin, die Ineffizienz wird bezahlt.

Aber egal. Wer mit beiden Beinen auf dem Boden steht, der kann unschwer erkennen, dass die Rechnung des Energiegesetzes, über welches wir im Mai abstimmen werden, nicht aufgehen kann. Denn da steht Schwarz auf Weiss

Art. 3
Beim durchschnittlichen Energieverbrauch pro Person und Jahr ist gegenüber dem Stand im Jahr 2000 eine Senkung um 16 Prozent bis zum Jahr 2020 und eine Senkung um 43 Prozent bis zum Jahr 2035 anzustreben.

Beim durchschnittlichen Elektrizitätsverbrauch pro Person und Jahr ist gegenüber dem Stand im Jahr 2000 eine Senkung um 3 Prozent bis zum Jahr 2020 und eine Senkung um 13 Prozent bis zum Jahr 2035 anzustreben.

Das bedeutet im Klartext, dass sich nicht nur die Energie von den fossilen Brennstoffen zur Elektrizität verschieben soll, sondern auch dass bei der Elektrizität weniger Verbrauch angesagt ist. Das bedeutet, dass gewisse Utopien wie ein autofreies Zürich zwangsläufig Realität werden, wie auch die Tatsache, dass man entweder bei Kerzenlicht abends noch in einem Buch liest, oder wie früher mit der Sonne in Bett geht, respektive aufsteht.
Selbstverständlich werden nicht alle gleichermassen betroffen sein. Da das Sparen von 43% kaum flächendeckend funktionieren wird, werden schon bald weitere staatliche Repressionen folgen, wie beispielsweise horrende Lenkungsabgaben oder Zusatzsteuern, welche sich aber nur noch die Reichen leisten können.
Ja, wir wollen ökologischen Strom. Wir wollen mittel- bis langfristig weg vom Ölkonsum. Doch bei der gleichzeitigen Reduktion des aktuellen Stromverbrauchs wird das Fuhrwerk überladen. Bevor jeder den Abstimmungszettel beschreibt, soll er sich ernsthaft überlegen, wo er genau wie viel einsparen kann, und welche Anlage mit was ersetzt werden soll. Die Aktivitäten der anderen reicht nämlich nicht.


Weitere Aspekte
Der Artikel 19 dieses unsäglichen Energiegesetzes zeigt gleich auf, wer in den Genuss der Subvention des Einspeisevergütungssystems kommt. Ja, auch hier sind es die Grossen. Die kleinen PV Betreiber haben Pech gehabt. Wir brauchen eigentlich gar keine Subvention für die Produktion von Energie. Der Markt soll das entscheiden.

In Artikel 69 wird die Enteignung legitimiert. So etwas gehört nicht in ein Gesetz eines liberalen Staates.

Die Schweizer „Energiestrategie 2050 klingt wie der Bundesdeutsche „Klimaschutz 2050“. Auch die Germanen sind streberhaft vorausgeeilt, und haben tatsächlich einen sich vergrössernden GAP zwischen politischer Vorstellung und der Realität. So ist von „Energieeinsparung gar nix zu spüren, die beauftragte Firma McKenzie dazu:

Denn auch 2016 ist der deutsche Stromverbrauch trotz aller Effizienzprogramme nicht zurückgegangen. Er lag bei 593 Terawattstunden fast wie im Vorjahr. Das Regierungsziel, ihn bis 2020 auf nur noch 553 Terawattstunden zu drücken, „rückt in immer weitere Ferne“. Das Ziel sei zu gerade einmal 54 Prozent erreicht.

Die Energiepreise wären am Boden, weshalb auch die heimische Stromproduktion nicht rentabel sei. Die lautesten Rufer dieser Märchen werden laufend von der Realität eingeholt. Zum einen muss der Deutsche Bürger für die exorbitanten wie sinnlosen Ökostromabenteuer der Regierung sehr tief in die Tasche greifen,

Vorerst aber steigen die Haushaltsstrompreise weiter, zuletzt von 29,35 Cent pro Kilowattstunde auf jetzt 30,38 Cent. „Das der europäische Durchschnittspreis im gleichen Zeitraum leicht gesunken ist, vergrößert sich der Abstand zu anderen Ländern weiter“, stellt McKinsey fest: „Mittlerweise liegt das Preisniveau für deutschen Haushaltsstrom 47,3 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.“ Die Gesamtkosten würden damit weiter steigen – um 14 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025. Die Kosten lägen dann bei 77 Milliarden Euro.

Zum anderen lösten unsere Wasserkraftwerke erst neulich wieder 19 Rp pro kW/h im Grosshandel, weil eben im Winter weder die Sonne genügend lang scheint noch der Wind anhaltend bläst, um die verschiedenen gleichzeitigen Wartungsarbeiten an den Kernanlagen in der Schweiz oder dem französischen Ausland zu kompensieren. Für unser Steuergeld wäre es ohnehin bedeuten schlauer, den deutschen, subventionierten Strom radikal abzuweisen. Im Interesse von uns, im Interesse aber auch der deutschen Steuerzahler.)

Zitate aus DER WELT

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