Die Zahlen der Gegner des Energiegesetz belegen, wie gut die Investition in das EnG tatsächlich ist!

Ich greife hier meinen Kommentar aus meinem gestrigen Beitrag zum Thema EnG nochmal auf und stelle meine Berechnung zur Diskussion:

Gemäss Argumentarium der Gegner, Seite 7, wird mit folgenden Angaben gerechnet:

Konservativ geschätzt bewegen sich die Kosten der sog. Energiestrategie 2050 in Form des neuen Energiegesetzes in der Grössenordnung von 150 bis 200 Milliarden Franken bis zum Jahr 2050. Das bedeutet Kosten für die Bevölkerung und Wirtschaft von 5 bis 7 Milliarden pro Jahr.
Pro Kopf und Konsument führt dies zu zusätzlichen Ausgaben von jährlich 750 Franken! Nicht mitgerechnet in diesem Szenario sind der Abbau von Arbeitsplätzen aufgrund höherer Produktionskosten und der Wohlstandsverlust der Bevölkerung.

Bau und Ausbau Produktionsanlagen und Stromnetz (inkl. Erhöhung KEV)
118 – 150 Mrd. CHF

CO2-Abgabe
(20 Mrd. CHF)

Klima- und Energielenkungssystem11 (in Planung 2. Phase ES 2050)
80 Mrd. CHF

Verstärkte Massnahmen im Bereich Energieeffizienz ˜ 10 Mrd. CHF

In der Fussnote wird dann erwähnt, dass dies eine sehr konservative Schätzung sei, obwohl die hier aufgelisteten Kosten auf Massnahmen beruhen, die im Parlament noch gar nicht akzeptiert wurden. Aber nehmen wir mal an, die SVP sei besser als Mike Shiva und diese Investitionen wären nötig, um das Reduktionsziel zu erreichen.

Aktuell verbrauchen wir für ca. 30 Mia. CHF Energie pro Jahr. Wenn wir mit den Investitionen, die die SVP berechnet, das Ziel erreichen würden, bedeutete dies also:

Jahr Red En. Spar
2017 4% 30 1.2
2018 8% 30 2.4
2019 12% 30 3.6
2020 16% 30 4.8
2121 18% 30 5.4
2022 20% 30 6
2023 22% 30 6.6
2024 24% 30 7.2
2025 26% 30 7.8
2026 28% 30 8.4
2027 30% 30 9
2028 32% 30 9.6
2029 34% 30 10.2
2030 36% 30 10.8
2031 38% 30 11.4
2032 40% 30 12
2033 42% 30 12.6
2034 44% 30 13.2
2035 43% 30 12.9
2036 43% 30 12.9
2037 43% 30 12.9
2038 43% 30 12.9
2039 43% 30 12.9
2040 43% 30 12.9
2041 43% 30 12.9
2042 43% 30 12.9
2043 43% 30 12.9
2044 43% 30 12.9
2045 43% 30 12.9
2046 43% 30 12.9
2047 43% 30 12.9
2048 43% 30 12.9
2049 43% 30 12.9
2050 43% 30 12.9

Total 348.6 Mia. Ersparnis bei 200 Mia. Investition, macht also ~ 150 Mia. mehr für die Konsumenten, oder 2'400 mehr im Portemonnaie jeder Standard-Familie der SVP.

Eigentlich könnte man ja hier bereits aufhören zu argumentieren, denn wenn man mit den Energiepreisen bis 2050 spielt (bleiben Sie auf dem gleichen Niveau?), vergrössert sich bei steigenden Preisen der Gewinn proportional.

Nun kucken wir uns aber noch die Posten an, die die SVP hier berechnet hat:

118 – 150 Mrd. CHF für Produktionsanlagen in der Schweiz, d.h. ein wahres Investitionsprogramm in eine Infrastruktur, die wohl bis 2050 eh runderneuert werden müsste, ob jetzt das EnG angenommen wird oder nicht. Zudem sind das Aufträge für das heimische Gewerbe und damit Garanten für interessante Jobs in der Schweiz.

Die CO2 Abgabe wird rückvergütet und fliesst in Form von Prämienvergünstigungen an den Konsumenten zurück.

Das Klima- und Energielenkungssystem sorgt ebenfalls für Rückvergütungen und ist somit ebenso kostenneutral wie die CO2 Abgabe.

Die verstärkten Massnahmen im Bereich Energieeffizienz helfen uns dabei, die Sparziele auch tatsächlich zu erreichen. Hier schreiben unsere Sparfüchse von der SVP:

Zusätzliche Kosten entstehen für den Ersatz von Geräten, Fahrzeuge, Maschinen, Lüftungen etc. Die Aufrüstung nach dem neuesten Stand der Technik, welche in praktisch allen Gesetzen vorhanden ist, führt zu gewaltigen Mehrkosten, welche sowohl Wirtschaft als auch Bevölkerung zu tragen haben. Von der Sinnlosigkeit, funktionierende Geräte vorzeitig ersetzen zu müssen, ganz zu schweigen.

Kein vernünftiger Mensch verlangt hier, dass man noch funktionierende Geräte entsorgen muss. Aber wenn man welche ersetzen muss, dann sollte man auf die Verbrauchsgünstigsten setzen, damit wir unsere Ziele erreichen. Eigenartigerweise rechnet sich diese höhere Investition auf die Dauer durchaus; mir scheint, dass genau diese Lektion von den Gegnern überhaupt nicht begriffen wurde.

Mindestens die Hälfte der fiktiven Kosten, die sie berechnet haben, werden rückvergütet, die andere Hälfte sind Kosten, die wir bis 2050 wohl auch sonst zu stemmen hätten und die unsere heimischen Wirtschaft zugute kommt.

Ergo: wenn wir die Sparziele tatsächlich erreichen, wird eine Familie mehr als 5000 Franken mehr im Portemonnaie haben, das Kapital wird nicht mehr zu den Wüstensöhnen abfliessen und wir werden in unserem Land die Innovation und Effizienz erreichen, die genau die gleichen Kreise ständig fordern, wenn es um die Diskussion der Produktivität und der Löhne geht.

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