Lohnungleichheit – und das ist gut so

Während man auf das ausgefallene Tram wartet, hat man Zeit, sich Gedanken über die Anliegen des „Women March“ zu machen der heute Nachmittag die Zürcher Innenstadt blockiert. Nebst der allgemeinen Unzufriedenheit über verschiedene Missstände wird konkret auch die Lohnungleichheit angeprangert.

Was man verdient ist von drei Faktoren abhängig: Erstens vom eigenen Lebenslauf und der Qualifikation. Zweitens vom Mehrwert, den man im Unternehmen schafft und den sich der Arbeitgeber verspricht. Und drittens vom Verhandlungsgeschick während den Lohngesprächen. Die Forderung, dass gleiche Arbeit gleich entlöhnt werden soll, mag oberflächlich gut klingen, ignoriert aber diese drei Punkte sträflich. So vielfältig und unterschiedlich unsere Jobs und unsere Arbeitsleistungen sind, so individuell sind wir als Menschen. Die gleichmacherische, staatliche Lohnpolizei beraubt den Menschen seiner Individualität.

Würden Frauen für die gleiche Leistung schlechter entlöhnt, wäre es im Interesse kostenbewusster Arbeitgeber nur noch Frauen einzustellen. Dies ist aber höchst selten Praxis gleich wie Personalreglemente, die Löhne nach Geschlechtern differenzieren. Da Frauen statistisch gesehen im Schnitt weniger Geld verdienen als Männer (gleich wie sie unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte, Interessen und Jobs haben), bezahlen sie auch weniger in die AHV ein. Zusammen mit der demographischen Tatsache, dass Frauen älter werden als Männer und damit länger von der Rente profitieren, wird dies zum grössten Umverteilungsmechanismus unseres Landes. Die Klagen über Lohnungleichheit blenden diesen grösseren Zusammenhang aus.

In einer freien Marktwirtschaft wird niemand zu einem Job gezwungen. Es herrscht Vertragsfreiheit. Schon nur deshalb kann es keine systematische Diskriminierung nach Geschlechtern geben, denn Arbeitsverträge kommen nur zu stande, wenn Einigkeit über die Konditionen besteht. Sollte eine Frau das Gefühl haben, zu schlecht bezahlt zu werden, sei ihr empfohlen den Job nicht anzunehmen. Alle Löhne, die wir den Statistiken entnehmen, basieren auf der Zustimmung des Arbeitnehmers, also auch der Frauen. Staatliche Stellen mit öffentlichen Lohnreglementen sind zwar vorbildlich in Sachen Transparenz, ignorieren aber den Individualismus, die Persönlichkeit, die spezifischen Stärken des Arbeitnehmers. Unternehmen die sich Lohngleichheit auf die Fahne geschrieben haben, sind zu loben und mögen den Vorstellungen und Erwartungen vieler Arbeitnehmer entsprechen. Doch bleibt es eine unternehmerische Entscheidung welche Arbeit wie bezahlt wird und das darf deshalb auch nicht gesetzlich vorgeschrieben werden. Deshalb fordert die Unabhängigkeitspartei up! keine staatlichen Vorschriften zu privatwirtschaftlichen Löhnen, sagt Martin Hartmann von der up!zürich, dessen Frau mehr verdient als er.

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