Novartis-Vergütungsbericht 2016: Reduktionen sind gerechtfertigt

Nur gerade knapp 60 Prozent der Aktionärsstimmen haben dem Vergütungsbericht der Novartis für 2016 zugestimmt. Es besteht ein verbreiteter Unmut über die hohen Manager-Vergütungen unter den Aktionären. Dieser ist aus mehreren Gründen gerechtfertigt:

Die Top-Leute einer Unternehmung fällen Strategieentscheide mit grossen finanziellen Folgen. Dies sind aber in den seltensten Fällen Entscheide einer Einzelperson. Meist wird eine Auslegeordnung von möglichen Entwicklungsrichtungen durch einen Strategiestab erstellt und der oberste Boss entscheidet aufgrund von Chancen- und Risikobewertungen der Varianten. Die Ungewissheiten über den Erfolg einer Strategie sind auch nach einer Evaluation riesig, abhängig von unbeeinflussbaren oder schwer abschätzbaren Faktoren wie Konjunktur, Reaktionen der Konkurrenz, Werbeerfolg, usw. Der Erfolg einer Strategie einer Einzelperson zuzuschreiben und dann noch zu sagen, diese habe die Verantwortung dafür getragen, ist naiv. Kein Top-Manager kann die hohen Verluste einer Fehlstrategie verantwortlich tragen, muss er auch nicht, weil die Ungewissheiten bei der Wahl der Strategie zu gross sind. Er darf aber bei der richtigen Wahl der Strategie auch nicht für etwas belohnt werden, bei dem die Umstände, sein Mitarbeiterstab und das Glück eine wesentliche Rolle gespielt haben. Zudem verliert ein Topshot bei Misserfolg lediglich seine Stelle und kann als gut Qualifizierter bald wieder eine neue antreten. Die Konsequenzen aus seiner Verantwortlichkeit sind also im Misserfolgsfall beschränkt, rechtfertigen also auch keine Riesenvergütung im Erfolgsfall.

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