USR III - schallende Ohrfeige

Ich finde es interessant, wie das Gift, das man gegen Establishment und "classe politique" verspritzte, nun langsam aber sicher die eigenen Ziele angreift und die eigene Ideologie zersetzt. Die "Missachtung des Volkswillens" wird im übrigen bereits angedacht und wird die nächste polemische Diskussion gespickt mit Fake News sein:

In der Schweiz gibt es rund 24'000 international tätige Unternehmen, die bisher von steuerlichen Sonderregeln profitiert haben. Doch diese Sonderregelungen sind international nicht länger akzeptiert und müssen deshalb abgeschafft werden – dies gilt auch nach dem heutigen Nein weiterhin. Also müssen die Kantone nun die Unternehmenssteuern für die Firmen senken und so für alle gleich lange Spiesse schaffen. Das wird zu starken Steuerausfällen führen.

«Die EU könnte nun Gegenmassnahmen beschliessen»

Man merke: jetzt muss man die Steuern trotzdem senken, weil das Volk gegen die USR III war.

Selbstverständlich ist der Druck der EU und OECD das beste Argument, um die Abschotter unter den Schweizern dazu zu bewegen, die eigene Heimat an den Meistbietenden zu verkaufen und weiterhin zuzusehen, wie ständig weniger bezahlende Ausländer mit schwarzen Stiefeln über die Schweizer Fahne trampeln und sich wie die schwarzen Raben an unseren Honigtöpfen gut tun.

Ja, das ist eine eine schallende Ohrfeige für die Selbstbedienungsmentalität der bürgerlichen Mehrheit. Ich finde es amüsant, wie der SVP die eigenen Argumente um die Ohren fliegen, und ich freue mich sehr darauf, künftig mit den genau gleichen populistischen Argumenten Stimmung gegen Abzocker zu machen.

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