Alles wird günstiger, nur der Staat nicht?

Wer sich die Argumente der Gegner der Unternehmenssteuerreform III anhört, könnte meinen, dass der Staat bei einer Annahme gleich untergeht. Oder schlimmer noch, wir Privaten mehr Steuern bezahlen müssen. Doch ist das wirklich wahr, und warum soll der Staat als Einziger seine Dienstleistung immer gleich teuer anbieten?

Staat immer gleich teuer?

Nehmen Sie eine x-beliebige Anschaffung. Ob ein Fernseher, ein Auto, ein Computer, ein Snowboard und vergleichen Sie die Preise von vor 20 Jahren mit denen von heute. Teuerungsbereinigt werden Sie zwei Dinge feststellen, erstens bekommen Sie sämtliche Produkte günstiger und zweitens erhalten Sie sogar noch mehr Leistung. Selbst bei Produkten, die vermeintlich immer teurer werden, erhalten wir im Vergleich zu früher mehr Leistung. Die Krankenkassenprämie steigt zwar Jahr für Jahr, die Leistungsdichte an Ärzten, Spitälern und Behandlungsmethoden werden dafür immer besser. Jawohl, vielen Familien tun die Krankenkassenbeiträge weh, wir erhalten dafür im Gegenzug aber eine medizinische top Versorgung.

Unter diesem Aspekt darf man mit gutem Gewissen fragen, warum sollte nicht auch der Staat uns mehr Leistung für weniger Geld anbieten? Warum soll nicht auch er fitter werden. Sollen etwa nur alle anderen sich anstrengen. Wo bleibt da die Fairness?

Das Gute ist, dass viele Mitarbeiter des Staates dies schon längst verstanden haben und sich ebenfalls Mühe geben, uns gute Leistung zu günstigen Preisen anzubieten.

Steuersenkungen = mehr Steuern!

Die Linke versucht uns zu verkaufen, dass die vorherige Unternehmenssteuerreform II zu weniger Einnahmen führte. Nur ist dies schlicht nicht wahr. Sie argumentiert mit rein fiktiven Verlusten. Tatsache ist, dass die Schweiz mit ihren Steuersenkungen in der Vergangenheit sehr gut gefahren ist. Seit 1990 senkten die Kantone die Steuern für Firmen von knapp 20% auf etwas mehr als 10% bis ins Jahr 2014. Der Bund nahm anfangs 800 Millionen an Steuern von Firmen ein, 2014 nahm er 2’000 Millionen ein. Trotz Steuersenkungen nimmt der Bund massiv mehr Geld ein.

Die Wähler im Westen scheinen heute einen Hang zum Chaos zu haben. In England wählte man den Brexit, in den USA den Trump und in Deutschland scheinen sogar Göbels Nachfolger wieder salonfähig zu sein. Für uns Schweizer stellt sich die Frage, wollen wir da wirklich mitmachen und einfach aus Prinzip gegen das “Establishment” stimmen? Womöglich gegen unsere eigenen Interessen, nur damit wir es “denen da oben” gezeigt haben?

Es ist richtig, genau kann man die möglichen Ausfälle nicht beziffern. Mit einem Ja zur Unternehmenssteuerreform erhalten die Kantone aber individuelle Möglichkeiten zur Steuersenkung. Bis jetzt sind wir mit diesem Modell sehr gut gefahren.

Ich lege ein überzeugtes Ja ein, weil ich glaube, dass der Staat richtig mit der Situation umgehen wird und wir besser als bei einem Nein fahren. Am Ende zählen für mich nicht fiktive Verluste, sondern was unterm Strich in der Kasse bleibt und wir dafür erhalten.

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