Bei den einen sind es Fake News, bei den anderen Verschwörungstheorien oder Aussagen von Populisten.

Wenn zwei dasselbe tun, eine etwas andere Sicht der Dinge

Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, dominieren hierzulande Meldungen über Fake News und Hackerangriffe. Nur dank solcher Falschmeldungen und Cyber Angriffen auf die Wahlcomputer, sei Trump ins höchste Amt der USA gewählt worden, tönt es im Mediendschungel. Doch warum diese urplötzliche Empörung der internationalen und Schweizer Medien über falsche Meldungen, welche vor allem in den sozialen Netzwerken kursieren (sollen).

Wer macht falsche Meldungen?
Doch was genau, sollen den Fake News oder Falschmeldungen sein? Wer definiert eine Mitteilung als falsche Meldung? Ist es der Fernsehsender SRF, ist es die NZZ oder das Tagblatt, ist es das Radio FM1? Basierend auf welchen Tatsachen sind Falschmeldungen auch falsche Meldungen? Diese Fragen konnte bis jetzt noch niemand beantworten. Ist die Publikation einer Meinungsumfrage, welche am Wahlsonntag meilenweit weg ist vom effektiven Abstimmungsergebnis, auch schon eine Falschmeldung? Es macht beinahe den Anschein, dass sich die etablierten Gazetten mit dieser orchestrierten Kampagne gegen Fake News, unter anderem aus der Tatsache herausschreiben wollen, dass sie seit Beginn des US Wahlkampes auf das falsche Pferd gesetzt hatten.

Wer verbreitet den eigentlich Fake News? Gemäss der aktuellen Diskussion seien es vor allem spezialisierte Unternehmen aber auch findige Privatpersonen, welche die Macht der sozialen Netzwerke nutzen. Facebook arbeitet momentan daran, Fake News zu markieren, ähnlich etwa den Gruselbildern auf der Packung Zigaretten. Diese Markierung soll durch Personen erfolgen, welche einen sogenannten Faktencheck durchführen sollen. Doch basierend auf welchen Fakten soll den geprüft werden? Der freie und mündige Bürger, könnte hier anmerken, dass ungewollte und unangenehme Meldungen oder ungewollte medial Präsenz als Fake News deklariert wird um derjenigen unbequemen Mitteilung nicht noch weiter eine Plattform zu bieten.

Die Heimat von Facebook, die USA, sind Weltmeister im Verbreiten von Fake News. Wenn man zurück ins Jahr 2003 geht, wurde der Angriff des Iraks damit begründet, Saddam Hussein sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen. Der damalige US Aussenminister Colin Powell präsentierte dem UN Sicherheitsrat, medienwirksam ein kleines Fläschchen, welches durch die Geheimdienste der USA aus den Chemie Lagern von Saddam Husein entwendet wurde. Die gelblich schimmernde Substanz sollte damals den Nachweis erbringen, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Basierend auf den dort präsentierten News, müsse einer militärischen Intervention im Irak zugestimmt werden, so der damalige US Aussenminister. Der Sicherheitsrat folgte den Forderungen der USA und England jedoch nicht. Der Irak wurde dennoch und entgegen der UN Charta wiederrechtlich angegriffen. Nach der heftigen Bombardierung des Landes, wurde vom damaligen Präsidenten George W. Bush im Mai 2003 der Sieg der USA und der Sturz von Machthaber Saddam Husein verkündet. Den effektiven Beweis, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen war, fehlt bis heute. Somit können auch die damals vor dem UN Sicherheitsrat präsentierten Beweise als Fake News betitelt werden.

Oder wie war es damals bei der Abstimmung zur Personenfreizügigkeit? Es kämen höchstens acht bis zehntausend Personen aus dem EU Raum in die Schweiz. Die Gegner der Öffnung nach aussen, bekräftigten schon damals, dass diese Zahl nie und nimmer stimmen wird. Somit kann man dem Bundesrat auch Verbreitung von Fake News nachweisen.

Oder die Krise in der Ukraine, war da nicht zuerst der Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Wiktor Janukowytsch und erst dann die Intervention von Russland? Oder ist diese Tatsache auch schon eine Fake News?

Cyber Attakten
Präsident a.D. Barack Obama, bellte an einer seiner letzten Pressekonferenzen gegen seinen russischen Amtskollegen Putin. Dieser habe die Hackerangriffe auf die US Wahlen direkt und höchstpersönlich angeordnet. Dies sei Gerüchten zu folge belegbar, so der damalige US Präsident. Er kündigte auch umgehend Vergeltung an und schürt damit das Feindbild Russland weiter. Auch hier fehlen, analog zum Irak Krieg, die Fakten, und dies bis heute.

Doch was ist mit den Auftritten von Edward Snowden und Julien Assange bekannt geworden? Einer der grössten Schnüffler in fremden Rechnern ist die Central Intellingence Agency - die CIA. Auch hier agiert die USA an vorderster Front und führen Cyber Angriffe auf sämtliche souveräne Staaten durch. Sogar engste Verbündete oder Untergebene, wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, wurden von den USA ausspioniert. Ausser ein paar kritischen Voten von Politikern und ein paar verwundert wirkende Medienschaffende, ist nichts passiert.

Die heutigen digitalen Möglichkeiten der Nutzer, führen dazu, dass sich jede einzelne Person auf verschiedenen Plattformen informieren kann. Dies sollte (vielleicht) dazu führen, dass sich auch die etablierten Medien umorientieren müssen. Wer heute den Blätterwald aufschlägt, den erwartet medialer Einheitsbrei. Ob man nun das Tagblatt, den W&O, die Südostschweiz, die NZZ, den Tagesanzeiger aufschlägt, die Hauptmeldungen sind steht’s die gleichen. Eins zu Eins kopiert und übernommen. Selten hinterfragt ein Redaktor die Mitteilungen aus den kommunalen, kantonalen oder nationalen Amtsstuben oder von CNN, Reuters und Co. Es wird abgeschrieben, frei nach dem Motto: „Die werden schon recht haben“. Und so verwundert es nicht, wenn die Einen für ihre Fake News eine riesige mediale Plattform erhalten, während andere steht’s den Stempel des Populisten oder Verschwörungstheoretikers aufgedrückt bekommen.

Wie sagt ein Stichwort so schön: „Wenn zwei dasselbe tun, ist es eben nicht dasselbe“.

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