Das Problem der FDP (AR) mit der Energiestrategie 2050

Die Energiestrategie des Bundes wird in vielen Punkten konkret von den Kantonen umgesetzt. Appenzell Ausserrhoden rief dazu zur Vernehmlassung des Energiekonzeptes 2017-2025 auf. 12 FDP Mitglieder aus den verschiedenen Gemeinden trafen sich vor kurzem zur Beratung und allfälliger Ablehnung oder Empfehlung. Schnell wurde klar, dass niemand am Klimawandel zweifelt. Auch war man sich einig, dass dieser hauptsächlich vom Menschen zu verantworten ist und Handlungsbedarf besteht.

So könnte man meinen, dass wir sofort den Zielen zustimmten, den Gesamtenergieverbrauch pro Person um 25% zu senken. Dass es keine Diskussion war, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energieträgern zu fördern, damit wir CO2 neutral konsumieren. Dass Altbauten saniert werden müssen, um massiv weniger Öl und Gas zu verbrauchen. Und Stromheizungen verboten werden, weil sie reine Energieverschwender sind.

Insbesondere müsste man dies meinen, weil ausser mir nur noch eine Person keine eigene PV-Anlage auf dem Dach hatte. Es war erstaunlich, wie viel Erfahrung an diesem Tisch sass. Ob im Beruf oder zu Hause hatten 10 Leute direkte Erfahrung mit alternativen Energien. Sie besitzen und betreiben PV-Anlagen, Wasserkraftwerke, initiierten gemeinschaftliche Holzschnitzelheizungen und vieles mehr. Die Begeisterung für die Alternativen ist gross und das Thema AKW kam nicht einmal zur Sprache.

Warum gab es dennoch Diskussionen? Weil wir Liberale sind. Gesetze rufen in uns per se Widerstand hervor. Wir sind skeptisch, wenn der Gesetzgeber das Heft in die Hand nimmt und über alle bestimmen will. Weil manchmal widersprechen Gesetze der Vernunft. Klar gehören Stromheizungen auf den ersten Blick abgeschafft. Aber soll eine Waldhütte, die von lokalen Vereinen selten aber doch zwischendurch genutzt wird, aufwendig saniert werden, weil man die Stromheizung nur zwischendurch nutzt? Oder sollte man in diesem Fall nicht eine fünf gerade sein lassen? Macht es dagegen Sinn, eine Warmluftheizung zu subventionieren, wenn sie im Winter wegen eines schlechten Wirkungsgrades zur reinen Stromheizung wird, aber aktuell noch das Label Öko trägt?

Die Runde war sich einig, die Ziele können, sollen und müssen erreicht werden. Knapp die Hälfte ist sogar überzeugt, dass die Ziele nicht einmal sonderlich ambitioniert sind und dass wir es besser machen werden. Wir gehen sogar davon aus, dass der Markt die Politik überholen wird. Dass der Gesetzgeber in Zukunft nicht den Takt angeben wird, sondern sich die Alternativen von alleine durchsetzen werden.

Zusammengefasst empfiehlt die FDP AR die Ziele des Energiekonzepts 2017-2025. Wir ergänzten es an verschiedenen Punkten um den Wunsch, bei der Umsetzung den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.

Wenn auch der Bund den gesunden Menschenverstand bei der Umsetzung seiner Energiestrategie walten lässt, dann haben vermutlich auch viele Mitglieder der FDP kein Problem mit der Energiestrategie 2050 des Bundes.

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