Aber wir wollen doch unsere Arbeitsplätze erhalten und müssen daher dieser Unternehmenssteuerreform III zustimmen?

Doch halt – die Arbeitsplätze, die müssen wir erhalten und darum, wie die wirtschaftshörigen Freisinnigen dies uns vormachen vor den Bankern, den Unternehmern kuschen.

Arbeitsplätze?

Wenn es den Chefs, den Menschen in den Teppichetagen passt, dann verschieben sie [gelöscht] über Nacht Arbeitsplätze oder vernichten sie mit einem Federstrich, indem sie Aufgaben auf Computer übertragen oder Arbeit durch Roboter ausführen lassen.
Diese Menschen sind dem Gewinnmaximieren, nicht der Arbeitsplatzerhaltung verhaftet.

Nein, unser Land, die Schweiz hat viele Vorteile, so dass ein Unternehmer, der eine umfassende und nachhaltige Gewinnmaximierung anstrebt, sich gerne bei uns ansiedelt, bzw. hier bleibt.

Wir, die Schweiz hat:
Gute Schulen, Fachhochschulen, Universitäten und Hochschulen - Deutschland ist uns da auf jeder Ebene weit unterlegen. In Deutschland sind viele Schulausbauten so marode - Sie würden ihre Kinder nie in solche Schulen schicken. Der Nachholbedarf beläuft sich auf Milliarden Euro.
Menschen, die mehr als eine Sprache sprechen und schreiben können - Deutschland ist daran die zweite Fremdsprache an Gymnasien zu streichen; sein Abitur (Matur) verkommt zum Jekami).
Vernünftige Steuergesetze, moderate Steuern für alle – auch da sind wir Deutschland haushoch überlegen.
Vernünftiges Krankenkassensystem – Deutschland hat ein asoziales 2-Klassensystem: gesetzliche, aber nicht für jedermann obligatorische Krankenkassen und private, nicht für jedermann zugängliche, dazu noch die Beamten.
Vernünftige Altersvorsorge auf drei Säulen – auch hier hat Deutschland ein 2-Klassensystem: gesetzliche, aber nicht obligatorische Renten, nur evtl. Betriebsrenten und die bis ans Lebensende alimentierten Beamten.
Vernünftige Gesetzessammlungen – ZGB, OR usw. – haben Sie sich schon einmal mit dem deutschen Steuergesetz auseinandergesetzt?
Eine gute Infrastruktur – Deutschland hat einen Nachholbedarf in Milliarden Euro.
Allerdings: der SBB muss man zurzeit arg auf die Finger schauen, was der von der Deutschen Bahn hergekommene CEO, der mich nicht überzeugt, alles an „Spar“massnahmen durchführt. Die Deutsche Bahn ist für mich – ich erlebe sie seit über 15 Jahren – in keiner Weise eine Empfehlung.

Deutschland-Fans und Schweizer Nörgler möchten mir nun an den Karren fahren:
Wir haben ein Problem mit der Altersvorsoge – das hat auch Deutschland. Ihrer Art gemäss schräublen sie an allen Ecken und Enden, produzieren sie in Windeseile Gesetze am Laufmeter, die sie, kaum erlassen, wieder abändern müssen und die doch das Problem nicht lösen sonders nur noch komplizierter – komplexer, der Lieblingsausdruck der deutschen Politiker-Kaste – machen.
Der Vorschlag unseres Bundesrates Berset ist grundsätzlich sehr vernünftig. Von ihm müssen unsere Parlamentarierinnen und Parlamentarier ausgehen, wenn sie die AHV / Pensionen für einige Zeit zur Ruhe kommen lassen wollen.
Zur Krankenkasse – auch in Deutschland erhöhen sich die Gesundheitskosten von Jahr zu Jahr – auch die Deutschen werden älter. Nach einer Statistik haben wir in der Schweiz etwa die gleiche Lebenserwartung wie die Deutschem. Aber wir haben mehr Jahre im Alter, wo wir noch nicht krank sind – alles durchschnittlich betrachtet.
[gelöscht]. Mit der Hygiene ist es in vielen deutschen Spitälern schlecht bestellt.

Nun kommen die Deutschland-Fans mit der Wirtschaft:
Ja, Deutschland Wirtschaft brummt, Deutschland ist Exportweltmeister. Deutschland zieht aus allen maroden EU-Ländern Spitzenkräfte aller Ebenen an sich. Deutschland profitiert als einziges Land von der Schwäche des Euro (darum geht es – nicht um eine behauptete Franken-„Stärke“), dieser fundamentalen Fehlkonstruktion.

Nun zurück zu den Bankern und Unternehmern:
Wenn ein Unternehmer nun droht, unser gastliches Land zu verlassen, dann lassen wir uns nicht erpressen: Die Spreu trennt sich vom Weizen. Der Name Schweiz hat (heute noch, trotz Defätisten) international grosses Gewicht – auch in Deutschland, sehr zum Ärger der Polit-"Elite".

Machen wir intensiv bei der OECD mit, so dass die Steuerlöcher, die es immer noch gibt (britischer Kronbesitz; Grossbritannien) gestopft werden
Schauen wir im Rahmen der OECD Ländern wie Luxemburg, Irland und den Niederlanden scharf auf die Finger. Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker hat als luxemburgischer Ministerpräsident Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, dass internationale Firmen sich in Luxemburg niederlassen und so praktisch keine Steuern bezahlen mussten. Für das kleine Luxemburg waren es auch so happige Einnahmen.

Setzen wir uns im Verbund mit anderen Ländern so durch, dann kommen Firmen zu uns, bleiben bei uns, weil unser Land einzigartig ist, und nicht weil wir eine Unternehmenssteuerreform III auf Kosten aller Steuerzahler, auf Kosten unseres Wohlergehens durchgestiert haben.

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