Schon die Wahl von Regierungsrät/innen und Bundesparlamentarier/innen ist eine Farce!

Eine direkte Demokratie hat es in der Schweiz bei Wahlen überlokaler nie gegeben. Direkte Wahl hiesse: Ich wähle Personen als meine Vertretung auf die nächste Ebene (Gemeinde, Bezirk), diese Ebene wählt ihre Vertretung in die nächsthöhere Ebene (Kanton), usw.
Schon wenn ich Personen ins Kantonsparlament wählen soll, bin ich als Wählender in einem grossen Kanton wie Zürich weit weg vom Geschehen; es wird mir über Parteiapparate und Medien mehr schlecht als recht vermittelt. Erst recht bei der Wahl von kantonalen Exekutivmitgliedern.
Die Volkswahl von Bundesräten wäre nichts als eine Farce. Es gilt die alte Regel des "Harry Wind" (Romanfigur von Matthias Diggelmann): "Für eine Million mach ich einen Härdöpfelsack zum Bundesrat." Ob das Werbebüro dann Farner oder sonstwie heisst, kann mir gestohlen bleiben: Ich will keine Wahl, die mit viel Geld und Medienmacht manipuliert werden kann. Wählen wir die Leute aus unserer Nähe, die wir auch wieder abwählen können, und geben wir ihnen die Kompetenz, die nächsthöhere Ebene zu wählen. Alles andere ist schlicht Polittheater.
Dass die bisherige Nicht-Volkswahl des Bundesrats lauter Kasperlifiguren à la Merz & Co an die Spitze gespühlt hat, ist kein Grund für die Volkswahl – es würde alles nur noch viel schlimmer. Oder wollt Ihr künftig Abermillionen spenden, nur damit im Wahlkampf Megakasperlifuguren à la Obama obenaus schwingen?

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