Erleichterte Einbürgerung: Richtig und vernünftig!

Nichts für schwache Gemüter: Die erleichterte Einbürgerung Personen von der dritten Ausländergeneration wird in den Kommentarspalten kontrovers diskutiert - was ich sehr gut finde, mich aber ehrlich gesagt überrascht.

Ich bin für die Vorlage, denn ich erachte sie als vernünftig und richtig. Vernünftig ist sie, weil sie den Schweizer Pass nicht automatisch vergeben wird. Für ein Einbürgerungsgesuch müssen eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein, die m.E. stich- und hiebfest sind. Richtig ist die Vorlage deshalb, weil sie einem wichtigen Umstand Rechnung trägt: Diejenigen jungen Menschen unter uns, deren Eltern und Grosseltern bereits hier gelebt haben, gehören zur Schweiz, besitzen jedoch nicht den roten Pass. Es ist in meinen Augen deshalb wichtig, dass sie eine erleichterte Einbürgerung beantragen können.

Zu meinem Freundeskreis gehören viele von dieser Vorlage betroffenen Personen. Natürlich können sie sich auch via ordentlichem Verfahren für den roten Pass "bewerben". Nur: Die Bürokratie ist an manchen Stellen sehr gross. Es wird mit verschiedenen Massstäben gemessen. Diese Vorlage mindert die Bürokratie für Bund und Kantone, indem langwierige Verfahrensschritte und administrative Kosten wegfallen. Gerne stimme ich deshalb dieser Vorlage zu, um meinen Freunden und anderen, die einen ebenso wichtigen Teil unserer Gesellschaft repräsentieren und in ihrem Empfinden überzeugte Schweizer sind, ein erleichtertes Verfahren für das Erlangen des Bürgerrechts zu ermöglichen.

Die Argumente der Gegner sind bisweilen haarsträubend. So z.B. die Argumente von Wobmann (SVP). Er bezeichnet die 3. Generation per se (mit einem unzulässigen Verweis auf Frankreich) als problematisch, weil sie anscheinend Gewaltaufrufen folgen und sich den Islamisten anschliessen würden. (http://www.aargauerzeitung.ch/kommentare-aaz/wobmann-vs-widmer-schlumpf-erleichterte-einbuergerung-fuer-die-dritte-auslaendergeneration-130834561). Zudem äussert er dahingehend Bedenken, dass damit der Ausländeranteil "statistisch" sinken würde und somit die Tore für noch mehr Zuwanderung offenbleiben könnten. Das ist ebenso abstrus. Seit wann wirkt der Ausländeranteil in irgendeiner Form in die Zuwanderung ein? Wo ist hier der Zusammenhang resp. die Kausalität? Nirgends. Ich habe mich bereits kritisch mit der Zuwanderungsfrage auseinandergesetzt (MEI-Artikel). 80'000 sind zu viel m.E. Das hat aber mit dieser Vorlage rein gar nichts zu tun.

Um zu schliessen: Diejenigen Menschen unter uns, die seit Generationen zum Wohlstand der Schweiz beitragen und unser aller Alltag mitprägen, sollen Zugang haben zum erleichterten Einbürgerungsverfahren.

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