Ständerat zieht dem FIDLEG die Zähne! Junge Bürger bleiben Abzockern ausgeliefert

Im Sommer wurde meine Petition 15.2017 (unten angehängt an diesen Beitrag) von SR wie NR abgelehnt. Meine Vorschläge seien bereits mit dem neuen FIDLEG erfüllt.

Mit meiner Petition hätten massive Missstände im Vertrieb von 3a Produkten behoben werden sollen. Absolut unangemessen hohe Provisionierung sorgt für eine richtiggehende Jagd auf junge Personen. Abschlüsse von 3a Policen sorgen - wenn möglich sogar mehrheitlich - für enorme finanzielle Schäden. Geld welches fürs Alter gespart werden sollte landet in den Taschen von geldgierigen Finanzabzockern der übelsten Kategorie.

Der Ständerat hat anscheinend bereits bei der ersten Diskussion entschieden, die Offenlegung der Courtagen bei Versicherungen vom FIDLEG aus zu nehmen. EIN FEHLER SONDERGLEICHEN! Die Forderungen meiner Petition gingen so sang und klanglos bachab.

Seit jeher werden für Abschlüsse von 3a Versicherungsprodukten exorbitante Courtagen ausgerichtet. Auskunft gibt unter anderem die Studie "Regulierungsfolgenabschätzung zur Totalrevision des Versicherungsvertragsgesetzes" des Büro Bass.
Originalversion: über 300 Seiten, Kurzversion 64 Seiten.
Link: http://www.buerobass.ch/studienPopup_d.php?projektId=306

Nehmen unsere Volksvertreter überhaupt Kenntnis dieser wohl sehr aufwändigen Studien?

Ich habe mich mit dem zuständigen Mitarbeiter Matthias Gehrig ausgetauscht. Er hat klar seiner Empörung Ausdruck gegeben, dass der Ausbeutung junger Personen kein Riegel geschoben wird. Obwohl er in seiner Studie klar und deutlich auf die herrschenden Missstände hin gewiesen hat. Diese Möglichkeit wäre letztmals bei der Revision des VVG möglich gewesen. Aktuell ein weiteres Mal mit dem FIDLEG.

Sollte der Nationalrat nicht korrigierend eingreifen ist zu befürchten, dass die nunmehr seit 30 Jahren laufenden Abzockergeschäfte auf Kosten der wichtigen Vorsorge 3a weiter laufen. (zahlreiche AWD Nachfolger und Konsorten, jederman weiss es, niemand unternimmt etwas dagegen)

In einem vergleichbaren Vorgang betreffs Lebensversicherungen in Norwegen sind nach Offenlegung der Provisionszahlungen die Courtagen um sagenhafte 90% gesunken. Das wäre auch in der Schweiz korrekt und von mir zu akzeptieren.

In der Schweiz werden diese standardmässig nach folgender Berechnung bezahlt: Laufzeit x Jahresprämie x 4 Prozent. (Studie Büro Bass)
Kann im Extremfall bei jungen Personen in Zahlen folgendermassen aussehen:
40 Jahre x max. Jahresprämie 6768.- x 4%: 10'828.- Fr.
Aufwand der fragwürdigen Abzockerbanden im Normalfall: 2 "(sogenannte Gratis) Beratungsgespräche" à 1.5 Stunden. Plus etwas Schreibarbeit im Büro.

Dem Versicherungsnehmer werden die beiden ersten Jahresprämien abgezwackt. Mit Zinseszinsen die wertvollsten Beiträge aller Einzahlungen.

Sämtliche Mitglieder der Kommissionen Wirtschaft und Abgaben WAK, dazu die zuständigen Bundesräte Ueli Maurer EFD und Alain Berset EDI, wurden von mir mit einem schriftlichen Dossier informiert. Im Ständerat ist dieses leider zu spät eingetroffen um allenfalls noch etwas bewirken zu können. Die Hoffnung liegt nun einzig auf dem Nationalrat. Ich werde mir wohl sobald möglich die Zeit nehmen, jedem einzelnen Nationalrat die entsprechenden Infos persönlich per Mail zu übermitteln.

Clemens Müller
Facebook: Finanzinfos Neuhaus, gewidmet einzig dem Thema Abzockerei auf Kosten der Vorsorge 3a.

Meine Petition:

Sekretariat der Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben
CH-3003 Bern

Petition Versicherungslösung 3a

Sehr geehrte Damen und Herren Ständeräte und Ständerätinnen
Sehr geehrte Damen und Herren Nationalräte und Nationalrätinnen

Ein verantwortungsbewusster Bürger eröffnet bei der Bank ein 3a Sparkonto. Nach zwei Jahren muss er feststellen: es ist kein Geld auf dem Konto. Auf Nachfrage erklärt ihm die Bank: Ihr Geld ist für Provisionszahlungen und weitere Unkosten unsererseits aufgebraucht worden.
Natürlich ist das Unsinn.

ABER:

Genau solches geschieht mit der Versicherungslösung 3a. Zumeist werden solche Angebote über unabhängige Finanzberater abgeschlossen. Über Provisionszahlungen gibt der Bericht des Büro Bass „Regulierungsfolgenabschätzung zur Totalrevision des Versicherungsvertragsgesetzes“ Auskunft. Auftraggeber der Studie: Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF und Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Demnach werden standardmässig 4% Provisionen auf sämtliche zum Zeitpunkt des Abschlusses berechneten Prämien ausgerichtet. Nicht nur für den Versicherungsteil, sondern auch für den Sparanteil. Bei jungen Personen und der entsprechenden langen Laufzeit ergibt dies exorbitante ungerechtfertigte Provisionen, welche über 10‘000.- Fr. betragen können. EINE TATSACHE!

Wir haben heute den Ist-Zustand, dass ganze Firmengebilde der Finanzberaterbranche gezielt auf sehr junge Personen los geht. Die Provisionsgenerierung ist Hauptziel dieser im Graubereich der gesetzlichen Grundlagen agierenden Firmen. Der Hinweis auf Steuereinsparungen erleichtert ihnen zu Abschlüssen zu kommen. Es wird in keiner Art und Weise sach- und fachgerecht beraten. Enorme finanzielle Schädigungen durch Vertragsauflösungen sind die Folge. Es dürfen sich Berufsleute als Finanzberater versuchen, die eine einfache Berufslehre erst im zweiten Anlauf schafften. Sich in schriftlichem Deutsch nur auf peinliche Art ausdrücken können.

Ich habe zum Thema Versicherungslösung 3a auf der Facebook Seite „Finanzinfos Neuhaus“ zahlreiche gesammelte Informationen zu diesem Thema veröffentlicht. Auch Sie sind für die Informationssuche zu einem Besuch der Seite eingeladen.

Seit Anfang 2013 und einem Besuch eines solchen „Finanzberaters“ in meinem Haus engagiere ich mich gegen diese schlimme Art der Abzockerei. Bereits beim ersten Gespräch hat der Berater zwei Äusserungen mehrfach gemacht, die nicht als Fehler, sondern gezielte Fehlinformationen eingestuft werden müssen. Diese Person ist heute die Nummer 1 der im Aussendienst Tätigen in der betreffenden Firma.

Meine Bemühungen über die FINMA etwas zu bewirken war erfolglos. Oder dann dauert das Ganze mittlerweile schon weit über zwei Jahre, ohne dass Fortschritte gemacht wurden. Deshalb stelle ich Ihnen heute folgende Petition zu:

Das Versicherungsvertrags Gesetz VVG / Regeln für die Säule 3a sind in folgendem Sinn zu ändern / ergänzen:

  1. Spar- und Versicherungsanteil sind in der Versicherungslösung 3a separat aus zu weisen.
  2. Jegliche Provisionszahlungen auf den reinen Sparanteil sind nicht zulässig.
  3. Der Versicherungsnehmer ist jährlich über den Stand seines Sparkapitals zu informieren.

Mit wenig Aufwand kann viel zum Schutz unserer jungen Mitbürger unternommen werden. Unterstützen Sie meine Petition. Sorgen Sie bitte dafür, dass die oben aufgeführten Ergänzungen zum VVG raschmöglichst umgesetzt werden. Tagtäglich werden junge Mitmenschen aus reiner Geldgier zu absolut unsinnigen, finanziell massiv schädigenden Vertragsabschlüssen gebracht. Dafür ist die Vorsorge nicht gedacht. Ich habe meine Verantwortung als Bürger wahrgenommen. Tragen Sie Ihren Teil dazu bei.
Freundliche Grüsse
Clemens Müller

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