GIBT ES NICHT SINNVOLLERE SUBVENTIONEN ALS DIE FÜR SCHWEIZER FLEISCH WERBUNG? MEHR SUBVENTIONEN ZUR FÖRDERUNG DER GENETISCHEN VIELFALT UNSERER NAHRUNGSMITTEL IST WICHTIGER.

GIBT ES NICHT SINNVOLLERE SUBVENTIONEN ALS DIE FÜR SCHWEIZER FLEISCH WERBUNG? MEHR SUBVENTIONEN ZUR FÖRDERUNG DER GENETISCHEN VIELFALT UNSERER NAHRUNGSMITTEL IST WICHTIGER.

Die Wirtschaftskomission des Nationalrates will die Subventionen der Werbung für Schweizer Fleisch beibehalten. Da immer von notwendigem Sparen auf Bundesebene gesprochen wird, sollten solche Subventionen gestrichen werden. Wer sich vernünftig ernähren und nicht auf Fleisch verzichten will, nimmt wenig Fleisch zu sich und setzt dafür mehr auf Qualität als auf den Preis. Diese Konsumenten muss man nicht von Schweizer Fleisch überzeugen. Andere, die nur auf den Preis achten, werden trotz der Werbung auf Billigfleisch aus dem Ausland setzen, wo weniger auf das Nutztierwohl geachtet wird. Es gibt sinnvollere Subventionen. Auch im Landwirtschaftsbereich.

Die genetische Vielfalt unserer Tierrassen, Gemüse- und Obstsorten muss erhalten werden. Zur Förderung gefährdeter Sorten und Rassen gibt es die Stiftung ProSpecieRara (www.prospecierara.ch). Erhaltungsgärten für die seltenen Obst-, Beeren- und Gemüse- und Zierpflanzensorten sowie die Zucht von den alten Tierrassen müssen längerfristig finanziert werden. Der Bund hat hier die wichtige Aufgabe, solche Bemühungen zu subventionieren und Projekte zu unterstützen. Ich hoffe nicht, dass die Gelder des Bundes auf diesem Gebiet gekürzt werden, weil u.a. die Werbung für Schweizer Fleisch subventioniert wird. Ein Ausbau des finanziellen Engagements des Bundes für die Förderung der Sorten- und Rassenvielfalt wäre sogar wünschenswert. Ebenso wichtig ist die finanzielle Unterstützung von Gönnern und der Arbeit von Mitarbeitern und Aktiven. Wer Interesse hat, kann sich bei www.prospecierara.ch melden.

Auch der Konsument ist gefragt, um den nicht alltäglichen Sorten eine Nische auf dem Markt zu ermöglichen. Es ist notwendig alte Gemüse-, Beeren-, und Obstsorten sowie Produkte von den seltenen Tierrassen auch zu konsumieren. Neben Direktvermarkter und einzelnen lokalen Anbieter haben auch Grossverteiler wie coop ein kleines Sortiment im Angebot.

Für viele ist z.B. ein Apfel ein Apfel und konsumieren nur die häufigsten Sorten. Wäre es nicht mal interessant einige der vielen Sorten von Nichtmainstreamäpfel zu probieren?

Es gibt Konsumenten, die unter Apfelunverträglichkeit leiden. Verschiedene alte Sorten können von einem Teil der Betroffenen problemlos gegessen werden (zur Zeit sind auch neue Züchtungen im Anbauversuch mit dem gleichen Ziel den Betroffenen einer Apfelunverträglichkeit die Möglichkeit des Genusses eines Apfels zu ermöglichen).

Für die Zukunft kann die genetische Vielfalt unserer Nahrungsmittel wichtig sein. Nur mit einer breiten genetischen Basis kann auf veränderte Umweltbedingungen schnell reagiert werden.

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