Mobiltelefonie ohne Geolokalisation muss wieder moeglich werden!

Werte Netzgemeinde

Wie erwartet ist die Schweiz mit der Abstimmung vom 25. September 2016 dem berauschenden Traum einer umfassenden Ueberwachung ein weiteres Stueck naeher gekommen. Waehrend die Sympathisant/innen frohlocken (“endlich wieder ruhig schlafen mit dem guten Gewissen, dass Vaeterchen Staat die Terrorist/innen verfolgt”), macht sich bei den Anhaenger/innen von Datenschutz und Privatsphaere ein gewisser Fatalismus breit (“man kann ja eh nichts machen”). Kann man wirklich nicht? Bleibt einem als Buerger tatsaechlich nur, das Diktat der Mehrheit anzunehmen und den Kopf zu senken? Ich bin der Meinung: nein! Die Abstimmung sollte im Gegenteil Anlass dazu sein, die Dinge nun endlich selber in die Hand zu nehmen und jenen Spielraum zu nutzen, der trotz dem neuen Gesetz noch verbleibt.
Waehrend fuer das Internet inzwischen gute Anonymisierungsmoeglichkeiten bestehen (das Netzwerk Tor beispielsweise ist dank einem Browser-Bundle auch fuer Laien sehr einfach anzuwenden und jede/r kann bei sich zu Hause einen Tor-Relay betreiben und damit zum Ausbau des Netzes beitragen), ist man als Handy-Benutzer/in den Telekommunikationsanbieter/innen mehr oder weniger hoffnungslos ausgeliefert. Nicht nur geniesst die Telekommunikationsbranche Monopolstellung, die verkaufte Hard- und Software ist auch closed-source bzw. proprietaer, sodass es technisch weder eine Alternative gibt noch geben kann. Mittels Antennen-Ortung und dank Vorratsdatenspeicherung werden so nicht nur Verbindungsdaten, sondern auch der Standort der Nutzer/innen ueber einen langen Zeitraum (6 Monate) sehr praezise und lueckenlos gespeichert.
Aus diesem Grund schlage ich vor, dieses System an jenem Punkt zu durchbrechen, wo dies legal moeglich ist: bei der Registrierung von Prepaid SIM-Karten. Bekanntlich ist diese Registrierung seit 2004 in der Schweiz Pflicht. Dennoch gilt diese Pflicht lediglich fuer die Erst-Registrierung. Danach steht es dem/r Inhaber/in frei, die Karte entweder selber zu verwenden oder sie zur Nutzung einer Drittperson zu ueberlassen bzw. weiterzugeben. Diese Moeglichkeit der Weitergabe sollte aus meiner Sicht im Rahmen einer Tauschboerse genutzt und so anonymes Telefonieren - bzw. Telefonieren ohne Geolokalisation - wieder moeglich gemacht werden.
Damit dieses Projekt moeglich wird braucht es die Mitarbeit jedes/r Einzelnen: es braucht Personen, welche dieses Netzwerk aufbauen (Medienschaffende, Jurist/innen, Webdesigner/innen, Social-Media-Spezialist/innen etc.), aber auch Nutzer/innen (Einzel-Personen oder Firmen), welche SIM-Karten registrieren und ins Netzwerk einbringen. Falls Sie in irgend einer Form (als Nutzer/in oder Aktivist/in) an einer solchen Tauschboerse interessiert sind, bitte ich Sie mit einem kurzen Mail Kontakt mit mir aufzunehmen.

Bereits jetzt bedanke ich mich fuer Ihr Interesse und Ihre Unterstuetzung – Privatspaere ist ein Grundrecht, das uns allen zusteht!

Peter Straessle

Empfohlenes Vorgehen fuer die Kontaktaufnahme:

  • Verwenden Sie das Tor-Browser-Bundle oder Tails (www.torproject.org / tails.boum.org)
  • Eroeffnen Sie unter einem Pseudonym eine neue E-Mail-Adresse (empfohlen: sigaintevyh2rzvw.onion oder www.protonmail.com*)
  • Senden Sie ein kurzes Mail an eine der beiden Adressen: peter.straessle@sigaint.org / peter.straessle@protonmail.com

  • Achtung: Verwenden Sie Protonmail nur, falls eine Registrierung via bereits vorhandene, anonyme E-Mail-Adresse moeglich ist (Protonmail desaktiviert diese Funktion zuweilen und erlaubt dann nur die NICHT-ANONYME Verifizierung via SMS)

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