Teufelskreis Gesundheitskosten

Die Krankenkassenkosten steigen fast jährlich deutlich und einschneidend an. Dies wiederspiegelt deutlich die Entwicklung der Gesellschaft: Eigenverantwortung und gesunder Menschenverstand nehmen weiter ab. Erschreckend wie im Laufe der Zeit der finanzielle Aspekt den ursprünglichen Zweck, nämlich den eigentlichen Gesundheitszustand, in den Hintergrund gedrängt hat. An gesunden Personen lässt sich aber leider Gottes nichts verdienen. Volkswirtschaftlich also höchst lukrativ mit einer hohen Wertschöpfung, für den Zechenzahler aber katastrophal.

Betreffend Eigenverantwortung kümmert sich nur noch eine abnehmende Zahl von Personen um ihre eigene Gesundheit, der Rest überlässt dies dem Arzt, zahlt ja die Allgemeinheit. Das eigene Wirken auf die Gesundheit, z.B. Lebensstil etc., wird nicht hinterfragt, mit medizinischen Eingriffen und chemischen Mitteln lässt sich dies schliesslich schon regeln. Dies lässt sich auch im eigenen Umfeld oft beobachten: Übergewicht und mangelnde Bewegung werden kaum thematisiert, Blutverdünner, Blutdrucksenker oder künstliches Insulin können die Symptome ja bekämpfen (jedoch nicht die Ursache).

Vor allem ältere Leute nehmen auf ärztliche Verordnung so viele Medikamente ein, dass im Todesfall der Körper aufgrund der Belastung eigentlich auf einer Inertstoffdeponie vergraben werden müsste. Im Gespräch mit diesen Personen ist ihnen häufig nicht bewusst, welche Auswirkungen diese Medikamente gesamthaft haben. Oft ist der Schaden grösser als der „Nutzen“, beispielsweise ist ein Grossteil der chemischen Arzneimittel leber- und nierenschädigend, doch wer liest schon die Packungsbeilage? Zudem ist der Cocktail, welcher durch die verschiedenen Arzneimittel entsteht, nach wie vor unerforscht. Auch medizinische Eingriffe zur Vorbeugung möglicher Krankheiten nehmen zu: Zur Vorbeugung von Krebs werden unnötigerweise Leberflecken, Gebärmutter oder andere Körperbestandteile entfernt. Die negativen Begleiterscheinungen dieser Eingriffe werden meist nur ungenügend thematisiert, ob eine positive Wirkung erzielt werden kann ist ebenso fragwürdig. Für die Branche ist dies Nachhaltigkeit par excellence, so wird der Kunde von morgen erschaffen. Aus Sicht der Kostenentwicklung beginnt hier aber der Teufelskreis, in dem wir uns befinden.

Der ursprüngliche Solidaritätsgedanke der Krankenkasse kommt bei dieser Entwicklung stark ins Wanken. Von einem übergewichtigen Bekannten darauf angesprochen, dass er für seine Krankheit (Auslöser ist das Übergewicht) ja nichts könne und er es deshalb angemessen finde, dass alle dafür zahlen, stellt sich für mich die Frage, ob denn ich eine Mitschuld an dieser Krankheit trage und deshalb voll zur Kasse gebeten werden kann. Die Antwort dürfte klar sein, es gilt die Unschuldsvermutung.

Um die steigenden Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen, fehlen zurzeit sinnvolle politische Ansätze. Als mögliche Lösung schwebt mir hier ein Kompromiss zwischen dem Solidaritätsgedanken und dem Verursacherprinzip vor, welcher eigentlich bereits bekannt ist: das Bonus-Malus System, ähnlich der Autoversicherung. Wer das Gesundheitswesen übermässig belastet soll auch mehr dafür bezahlen als heute üblich. Dadurch werden auch die Eigenverantwortung und der gesunde Menschenverstand wieder aktiviert, denn heute lassen sich viele Personen leider nur noch über das Portemonnaie erziehen. Mögliche Entwicklung: Stabile oder abnehmende Kosten mit einer Kostenverteilung zulasten der Verursacher, weniger unnötige Behandlungen sowie mehr Auseinandersetzung des Individuums mit seinem eigenen Gesundheitszustand (um Kosten zu vermeiden). Back to the roots: medicus curat, natura sanat.

27 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Krankenversicherung»

zurück zum Seitenanfang