Die schädliche AHVplus-Initiative ist abzulehnen

Die so­ge­nannte „AHV­plus“-I­ni­tia­t​ive for­dert eine pau­schale Er­höhung aller lau­fen­den und künf­ti­gen AH­V-­Ren­ten von zehn Pro­zent. Diese For­de­rung steht völ­lig quer zur der­zei­ti­gen Si­tua­tion der Al­ters­vor­sorge und der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung. Auf­grund der tie­fen Ge­bur­ten­ra­ten, des Ein­tritts der Ba­by­boo­mer ins Pen­si­ons­al­ter und der Tat­sa­che, dass die heu­ti­gen Rent­ne­rin­nen und Rent­ner äl­ter wer­den als je zu­vor, schreibt die AHV be­reits Ver­lus­te. Wenn wir keine Ge­gen­mass­nah­men er­grei­fen, feh­len bis 2030 jähr­lich rund sie­ben Mil­li­ar­den Fran­ken im AH­V-­Topf. Be­reits mit die­ser Per­spek­tive kom­men wir nicht um Bei­trags­er­höhun­ge​n zu­guns­ten der AHV her­um. Damit Be­rufs­tätige und Rent­ner sich noch lange auf eine si­chere AHV ver­las­sen kön­nen, braucht es eine Ge­sam­tre­form der Al­ters­vor­sorge und keine will­kür­li­che Ren­te­ner­höhung für alle.

Pauschale Rentenerhöhungen kosten Milliarden
Die Rentenerhöhung soll gemäss Initiative für alle gelten – egal ob sie finanziell darauf angewiesen sind oder nicht. Diese Verteilung nach dem Giesskannenprinzip ist falsch und teuer. Bei einem Ja zur Initiative müsste die AHV 2030 jährlich bis zu 5,5 Milliarden Franken mehr Renten auszahlen als heute. Zusammen mit den 7 Milliarden, die auch ohne Initiative schon fehlen, gäbe das ein Loch von jährlich 12,5 Milliarden Franken ab 2030. Laut Initianten sollen das die Berufstätigen und die Arbeitgeber über höhere Beiträge bezahlen. Somit werden die Milliarden auf die Kreditkarte der Jungen gebucht. Das ist verantwortungslos und nicht generationengerecht. ​

Von der Initiative profitieren die Falschen
Die AHV ist das grösste und wichtigste solidarische Sozialwerk der Schweiz. Die Initiative setzt diese Solidarität aufs Spiel indem sie die Falschen begünstigt. Will man den Personen mit tiefen Renten helfen, ist das teure Giesskannenprinzip der Initiative definitiv der falsche Weg. Wer heute Ergänzungsleistungen (EL) erhält, weil er von den Renteneinkommen aus AHV und beruflicher Vorsorge sowie seinem Vermögen nicht leben kann, verliert mit der Initiative. Gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen würde die Rentenerhöhung für rund zwei Drittel der EL-Bezügerinnen und -Bezüger keinen Vorteil bringen. Sie würden gegenüber heute sogar benachteiligt werden.

3 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Sozialversicherungen»

zurück zum Seitenanfang