Idee einer sinnvollen, sozialen AHV/EL-Reform (Übergang) AHV und BVG werden dereinst die effektive Pension ergeben!

Vorbemerkung:
Am 25. 9. 2016 stimmen wir über die AHV+ Initiative ab. Ich lehne diese Initiative ab! Giesskannen-Prinzip ist keine gute Lösung, weil nicht diejenigen, die es am Nötigsten hätten begünstigt werden! (Typischer Cüpli-Sozialismus = asozial) Alle, die in den Genuss einer Maximumrente, die ohnehin auch am meisten Kapital (auch BVG-Kapital) auf der Seite haben, würden am meisten profitieren! Bei vielen Wenigverdiener mit kleinen Renten würden unter Umständen die EL gekürzt oder wegfallen, was für die Wenighabenden ein Nusummenspiel wäre, wenn das Existenzminimum nicht angehoben würde.

Dazu meine Idee eines sozialen Übergangs, bis alle (fast), nebst der AHV, eine volle Pension BVG erhalten, was das Zielk wäre.

Am 1. Januar 1985 trat das Gesetz über die berufliche Vorsorge BVG in Kraft. Im Jahr 2025 werden die ersten Mitarbeitenden (40 Arbeits-Jahre) nahezu die volle Pension erhalten, wenn keine Arbeits- und Lohnausfälle stattgefunden haben, und in das BVG von beiden Seiten, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, einbezahlt wurde und ohne einen verlustreichen Stellenwechsel! (idiotische „Goldene Fessel“) *1

Wenn dereinst alle Bürgerinnen und Bürger soweit sind (theoretisch), d.h., wenn die Jahrgänge ab 1967 ins Pensionsalter eintreten (spätestens ab ca 2032), werden sie die volle Pension BVG und mit der AHV zusammen das Altersgeld erhalten, aber nur, wenn keine Verluste, wie weiter unten beschrieben, eingetreten sind! *2

Bis zu diesem Zeitpunkt wird es noch eine grosse Anzahl Bürgerinnen und Bürger geben, die keine volle Pension erhalten, was zwar von der Anzahl Bezüger her abnehmend ist, betragsmässig für die Bezüger aber zunehmend. (betrifft vor allem die Neupensionierten) Diesen Umständen müsste in den nächsten AHV-Revisionen Rechnung getragen werden, wenn diese sozial gerecht gestaltet werden sollen. In Abständen von ca 2 - 4 Jahren sollten die Anpassungen, exakt für diese Gruppe von Leuten, vorgenommen werden. Zunehmend würden die Ausgleichsbeträge bis ins Jahr 2032 abnehmen und auslaufen, bzw auf tiefem Niveau weiterlaufen!

Das Ausschütten einer AHV-Erhöhung ab Jahrgang X, ist nach Giesskannen-Prinzip völlig asozial, begünstigt es doch genau die AHV-Bezüger, denen es finanziell ohnehin zunehmend besser geht, (längere Einzahlzeit ins BVG) und im Besonderen auch an die Vermögendenden, welche es nie und nimmer nötig hätten einen Zusatz zur AHV zu erhalten!

Die geringere Rentabilität des BVG, aus welchen Gründen auch immer, sollte nicht mit einer erhöhten AHV kompensiert werden, besonders, wenn es die Finanzierung der AHV gefährdet! Das könnte die AHV-Bezüger, die wenig bis keine Pensionsgelder erwirtschaftet/verdient haben in Schwierigkeiten bringen, weil die AHV ev. sogar gesenkt werden müsste, um die Verluste beim BVG zu kompensieren! Die leidtragenden wären vor allem die Hausfrauen, alleinerziehende Mütter/Väter, Leute mit Teilzeitjobs, Arbeitslose und im Besonderen die Ausgesteuerten!
Ich denke nicht, dass bei einer Verbesserung des Ertrags der BVG-Anlagen (Rentabilität), die zum Ausgleich vorsorglich von der AHV bezogenen Gelder, an die AHV zurückbezahlt würden. *3

Die Gründe von geringeren, individuellen BVG-Kapitalien sind verschieden: Weniger lange Einzahlzeit, kleinere Beträge - weil kleiner Lohn - besonders bei Frauen, verlorene Gelder durch Stellenwechsel - auch nicht selbstverschuldete, Ausfälle durch Stellenverlust und kein Anschluss mehr für einen weiteren Arbeitsplatz – oft 10 - 15 Jahre vor der Pension, deshalb grosse Verluste! Keine BVG Rücklage während der Arbeitslosigkeit. Keine Möglichkeit des Anlegens einer dritten Säule bei geringem Einkommen, in der Folge auch keine Steuererleichterungen.

Alle AHV-Bezügerinnen und Bezüger, die noch ein viel geringeres BVG-Polster haben, – wenn überhaupt eines vorhanden ist - und kein Vermögen, oder keine privaten Rücklagen, weder besitzen noch anlegen konnten, oder Aussicht auf ein Erb haben, müssten mit erhöhten Ergänzungsleistungen EL berücksichtigt werden, was zwar heute vielfach praktiziert wird, aber für diese Gruppe nicht mehr ausreicht, um auch nur ein einigermassen würdiges Leben im Alter führen zu können!
Die Verbesserung könnte zBsp mit einer Anpassung des Existenzminimums, und/oder die Erhöhung der Mindest-Wohnkosten, und/oder die Erhöhung der Beiträge an Krankenkassen/Pflegekosten-Prämien für Pensionierte, bei der Berechnung, erreicht werden! *4

Dieser Ausgleich könnte stufenweise, alle 2 – 4 Jahre, angepasst werden. Diese Kompensation wäre sozial gerecht und würde bis ins Jahr 2032 – abnehmen, aber wahrscheinlich nicht ganz auslaufen!

Verschleuderung von Rücklagekapital für’s Alter, plus Vermögen, oder das frühe Verschenken von Eigentum, Vermögen und Barschaften an die Erben, um dann von der Allgemeinheit zu leben, müsste klar und nachhaltig sanktioniert werden bzw die Begünstigten zur Kasse gebeten werden.

*1 Die Gestaltung des BVG hat, trotz Revisionen immer noch eine zu wirtschaftsfreundliche Komponente und eine altersschädliche Komponente!
Die „Goldene Fessel“ d.h. wenn ein MA das Unternehmen verlässt, (aus welchen Gründen auch immer) werden dem/der MA Geld vom BVG abgezogen, völlig ungerecht und asozial, aber rechtlich legal, weil leider so gesetzt!
In der Schweiz gibt es nur wenige Firmen, die gross genug wären, damit ein MA, der sich weiterentwickeln will, Karriere bei der gleichen Firma machen kann, und keine Verluste im BVG erleiden muss. Die meisten MA müssen, bei beruflicher Weiterentwicklung, deswegen die Stelle wechseln, natürlich auch aus anderen Gründen, und verlieren so jedesmal wichtiges Sozialgeld für die Pension! Das so, durch die Unternehmungen „verdiente“ Geld wird gebraucht, um die Führungsleute und Firmeninhaber besser zu stellen!? Vielleicht gibt es noch andere Verwendungszwecke. Die altersschädliche Komponente betrifft die älteren MA, die bei Stellenverlust ab 50, sehr schlecht bis gar nicht, den Anschluss ins Erwerbsleben zurückfinden. Grund ist zur Hauptsache die stark abgestufte BVG-Kosten, nebst den übrigen Sozialkosten! (Höherer Lohne = höhere Abgaben) (wenigstens haben sie, glaub heute ab 40J die volle Freizügigkeit des BVG-Kapitals)

*2 So viele Vorteile wie das BVG, von der Idee her für die Altersvorsorge, auch haben mag, gibt es aber auch viele Einwirkungen, die eine Reduktion der späteren Pension zur Folge hat. Wie ich bereits erwähnt habe, ist die „Goldene Fessel“eine solche, asoziale Vernichtung von wichtigen Pensionsgeldern bei Stellenwechseln, auch wenn Stellenwechsel notwendig sind. Niemand kann gelegentliche, auch vorübergehende, Arbeitslosigkeit ausschliessen. Längere Krankheit, Invalidität, Teilzeitarbeit, sind weitere Gefahren, seine volle Pension teilweise zu verlieren!

*3 Unsere AHV/IV ist die sozialste Versicherung fürs Alter, die es weltweit gibt! Sie ist optimal ausgewogen für Arm und Reich: Die Armen erhalten im Normalfall mehr als sie einbezahlt haben, während die Reichen viel weniger erhalten als sie je einbezahlt haben! Also Reich hilft Arm! Die sinnvollste Umverteilung von oben nach unten!
Die berufliche Vorsorge, BVG, ist eine leistungsbezogene, private, aber gesetzlich verordnete Pensionsvorauszahlung/Versicherung, was dereinst mit der AHV zusammen das Alterseinkommen ergibt. Beide Komponenten sollten eine ideale Grösse haben und sich ergänzen und nicht konkurrenzieren.

*4 Wenn keine anderen Kompensations-Massnahmen „erfunden“ werden, müssten diese Leute, die ihr Vorsorgekapital aus oben genannten Gründen nicht entsprechend äufnen konnten, auch noch bis über das Jahr 2032 hinaus, unterstützt werden. Leider bestehen immer noch viele negative Einflüsse für den Verlust von BVG Geldern, die endlich, in irgend einer Form, gestoppt werden müssten. Durch geschickte Politik hätten viele dieser negativen Einflüsse längst beseitigt, oder zumindest abgeschwächt werden können, aber viele Mühlen mahlen langsam! Wen es nicht betrifft, hat auch kein besonderes Interesse etwas zu unternehmen, und das betrifft die Politikerinnen und Politiker!

    3175 Flamatt, 2. 9. 2016/Bra
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