Bessere Initiativen sind gefragt - nein zur "grünen Wirtschaft"

Wenn eine Businessfrau am Mittwoch einen wichtigen Termin in Berlin hat, ein Pärchen mit Flugangst nach Berlin reisen will und ein Student ohne Geld dafür mit viel Zeit ebenfalls nach Berlin will, dann haben die Drei wohl alle dasselbe Ziel, nur werden sie gänzlich andere Wege einschlagen. Die Businessfrau lässt sich einen Flug buchen. Das Pärchen wählt vermutlich die romantische Zugfahrt und der Student fährt per Anhalter gratis nach Berlin.

Über Ziele ist man sich oft schnell einig. Geht es aber über das wie, also wie man dorthin gelangt, fängt der Streit an. Deswegen ist die Initiative der Grünen zur Wirtschaft von vornherein eine Todgeburt. Jeder vernünftige Mensch wird zwar schnell einsehen, dass der Ressourcenverbrauch auf die Dauer nicht übermässig sein darf, da sonst die Welt kollabiert. Darum werden die meisten zu dieser Zielformulierung auch ja sagen können:

Bis ins Jahr 2050 wird der «ökologische Fussabdruck» der Schweiz so reduziert, dass er auf die Weltbevölkerung hochgerechnet eine Erde nicht überschreitet.

Sobald man dann aber über die konkrete Umsetzung spricht, hören die Gemeinsamkeiten aus. Denn wenn wir zum Beispiel über CO2 und Strom reden, sehen wir schnell die Bruchstellen:

Person A
Bauen wir doch ein Atomkraftwerk! Wenig CO2, günstige Stromproduktion und wir können weiterhin unseren Lebensstandard geniessen.

Die Antworten der Gegner kennen wir. Kosten. Gefahren.

Person B
Wir müssen uns diesen Luxus auch gar nicht immer leisten! Einschränken bitte.

Die Antworten der Gegner sind ebenfalls offensichtlich. Goht’s no? Warum einschränken, wenn man es auch anders haben kann.

Person C
Solarzellen im Bündnerland sind gleich effizient wie in Kalifornien. Also stellen wir eine riesige Solarzellenfarm im Engadin auf.

Die Antwort der Naturfreunde? Richtig, die gehen Ihnen auf die Barrikaden.

Wenn wir der Initiative der Grünen zustimmen, werden wir nichts anderes als einen weiteren Papiertiger in der Verfassung haben. Ohne konkrete Projekte wird das nichts. Darum gehört ein klares Nein in die Urne und die Bitte an die interessierten Parteien, bitte konkrete Vorschläge zu bringen, damit wir endlich vorwärts machen. Denn die Klimaveränderung wird nicht irgendwann passieren, sie passiert heute. Und wir bezahlen schon jetzt mit mehr Flüchtlingen, höheren Versicherungsprämien, Ernteausfällen usw. massig Geld.

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