Die Initiative "Grüne Wirtschaft" kommt mit einem modischen Label daher. Dahinter verbirgt sich aber einmal mehr explosiver Inhalt. Es gilt, klar Nein zu sagen!

Den Initianten sei zugestanden: Sie greifen ein wichtiges Anliegen auf. Denn der Klimawandel spitzt sich allmählich zu und die (lebens-)wichtigen Ressourcen auf dem Planeten Erde werden immer wie knapper. Die Kernfragen lauten also, wie wir das Beste daraus machen und was die Schweiz beisteuern kann. Doch der konkrete Vorschlag der Grünen schiesst über das Ziel hinaus. Er ist dermassen radikal, dass jeder, der Umwelt und Wirtschaft nicht isoliert voneinander betrachtet, einfach Nein sagen muss.

Das Volksansinnen verlangt nämlich, dass der ökologische Fussabdruck der Schweiz bis ins Jahre 2050 von heute drei Erden auf eine einzige reduziert werden muss. Auf gut Deutsch: Unser Land müsste seinen Verbrauch an Ressourcen innert 34 Jahren um 2/3 kürzen. Ein solches Unterfangen lässt sich kaum sachte und etappenweise realisieren – im Gegenteil: wenn, dann nur mit eiserner Hand des Staatsapparates und einer radikalen Bevormundung von Bevölkerung und Wirtschaft. Das könnte unter anderem soweit führen, dass die Politik sich gezwungen sähe, Massnahmen zu treffen, deren ökologischer Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis zu den wirtschaftlichen Kosten stehen. Die Schweiz würde sich also vor lauter grüner Ideologie selbst ins Abseits schiessen.

Ziel darf es also nicht sein, den Geist der Unwirtschaftlichkeit grosszuziehen, sondern auf die heilsamen Kräfte des Marktes und den Pionier- und Innovationsgeist der hiesigen Unternehmen zu setzen. Denn die Wirtschaft hat schon längst erkannt, dass die Diskussion über Klimawandel und Ressourcenknappheit stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt ist. Der Schlüssel für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung liegt mithin in der Steigerung der Ressourcen- und Energieproduktivität, und eben nicht dem Erlass von Geboten und Verboten, die hindern und hemmen.

Um zu schliessen: Die Initiative "Grüne Wirtschaft“ wirft legitime Fragen auf und lenkt die Diskussion in die richtige Richtung. Doch inhaltlich vermag sie nicht zu überzeugen. Sie ist zu radikal, mithin unverhältnismässig und deshalb am 25. September 2016 abzulehnen.

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