UK tritt aus – Tag des Untergangs?

Es regierte wie immer der Streit zwischen Souveränität und Angst vor dem Untergang. Die Texte und Sprüche ähnelten sich denen bei unserer denkwürdigen EWR Abstimmung von damals. So schrieb ein mit mir befreundeter Brite, welcher an einer Schweizer Privatschule unterrichtet, heute das folgende:

What's on my mind? Disappointment. Concern. Worry. But what can you do? Two years of immediate instability.
A 'Shoot yourself in the foot' moment. What next?
Trump wins presidency.
Boris becomes prime minister.
Farage gloats (one of my biggest annoyances)
Wales and Scotland could join Ireland and possibly split off so no longer a United Kingdom.
Economic meltdown (already 8% wiped off ftse)
House prices fall,
Major economic alliances will face significant red-tape and uncertainty (Airbus, Car manufacturing, imports/exports....).
Genius decision folks. Pure genius.

Ich werde ihm nicht antworten, dass er sein Geld an einer Institution verdient, welche seine Geschäftstätigkeit in einem Land mitten in Europa verrichtet, welches weder EWR- noch EU Mitglied ist, und welches auch dank einer freien Wirtschaft ökonomisch besser dasteht als manch anderes EU-Land. Die EU beschützt Euch nicht vor wirtschaftlichem Elend, Ihr seid es, welche für Euren Erfolg einzig verantwortlich seid. Klar, der Passagiersitz ist weniger anstrengend als der Pilotensitz. Der Pilotensitz ist aber bequemer und interessanter.
Die liberale Schweizer Kleinpartei UP! schreibt:

dass die Ablehnung von EU-Regulierung nichts mit der Ablehnung von Freihandel oder Einwanderung zu tun hat.

So ist es. Die Länder von Europa wären gut beraten, vom Weg des Vereinheitlichen und Zentralisieren abzukehren, wieder an einem Freihandel in Eigenverantwortung vom Regierungshaus bis zum Bürger zu arbeiten, und auf Souveränität bei politischen Fragen zu bauen. Mehr Eigenverantwortung des Bürgers würde auch den freien Personenverkehr ermöglichen, anstatt auf die sozialen Sicherheitsnetze der reichen Länder zu setzen.
Am heutigen Tag des britischen Selbstbewusstseins dreht die Erde noch immer, die Vögel pfeifen ihre Lieder, die Sonne scheint da, dort regnet es. Geradezu grotesk das Verhalten an den Finanzmärkten; der Bär läuft Amok. Doch warum eigentlich, die wirtschaftlichen Schwarzmaler, welche im Jahr 1991 die Schweiz bereits für tot erklärten, hatten doch auch unrecht. Was wäre wenn die Breakfast Sausage wie die Weisswurst schmecken würde? Wer sich von der Furcht leiten lässt, hat eh schon verloren. Die zentralistische EU wird kleiner, Zeit für einen Neuanfang in einem zusammenarbeitenden Europa mit Föderalismus und wirtschaftlicher Zusammenarbeit. So wird auch an den Börsen der Bulle den Bären ablösen, noch bevor Cameron 10 Downing Street geräumt hat.

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