Die Argumentation der Befürworter eines Stadtkantons Zürich ist kaum nachvollziehbar und verkennt das politische System der Schweiz.

Der Ständerat ist gerade nicht die Vertretung der Bevölkerung, diese Aufgabe kommt dem Nationalrat zu. Dementsprechend ist Zürich, insbesondere die Stadt, im Nationalrat mit 34 Sitzen auch deutlich besser vertreten als die genannten Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug mit ihren insgesamt 9 Sitzen. Es kann also nicht die Rede davon sein, dass die Stadt Zürich "kaum Einfluss" im Bundeshaus habe.

Die Sache mit der Planungshoheit, die gemäss Blog des Themenstarters auf einen NZZ-Artikel zurückgeht, wurde zudem vermutlich falsch verstanden.

Die SVP (und nicht der Kanton!) will die Planungshoheit für die Hauptverkehrsachsen dem Kanton übertragen. Bei genauem Hinsehen geht es der SVP aber auch nicht darum, dem Kanton die Hoheitsrechte der Stadt zu übertragen: Die SVP will in einer Einzelfrage der Verkehrsplanung lediglich ihre Vorstellungen gegenüber der Zürcher Stadtregierung durchsetzen, mehr nicht. Die SVP behauptet konkret, die Verkehrsplanung des Stadtrates betreffend die Hauptverkehrsachsen behindere den "Wirtschaftsmotor" der Stadt. Letztlich begründet die SVP ihre Forderung also ebenfalls damit, etwas "für" die Stadt Zürich tun zu wollen.

Die Forderung nach einem Stadtkanton Zürich wird hierbei keine Abhilfe schaffen können. Was in einzelnen Bereichen "gut" ist für Zürich und was nicht, liegt im Auge des Betrachters. Sachfragen im Partikulärbereich werden sich mit dem Vorschlaghammer "Stadtkanton", der bestenfalls eine rein formale Scheinlösung bieten könnte, jedenfalls kaum beantworten lassen.

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