WERDEN WIR IMMER ÄLTER? Das maximale Lebensalter ist nicht höher

Werden wir wirklich immer älter?

Die statistische Lebenserwartung in der Schweiz steigt seit Jahrzehnten. Waren um 1930 1,2% der Männer und 1,8% der Frauen über 80 Jahre alt, so waren um 2000 schon 5.3% der Männer und 8,3% der Frauen älter als 80. Die Sterblichkeit der unter 60 Jährigen hat abgenommen. Heute erleben gut 90% der Bevölkerung das Pensionierungsalter. Das Medianalter zum Zeitpunkt des Todes ist in der Schweiz von 1968 bis 2003 gestiegen, und zwar von 74,0 auf 80,4 Jahre bei den Männern und von 79,8 auf 85,8 Jahre bei den Frauen. Rund 40% dieser höheren Lebenserwartung ist auf die sinkende Sterblichkeit der 60- bis 79-jährigen Frauen und Männer zurückzuführen. Die meisten Schweizer sterben aber immer noch vor ihrem 100. Geburtstag - noch viele Jahre vom biologischen Maximalalter entfernt.

Das biologische Maximalalter der Menschen hat sich nicht verändert. So schnell wird das auch nicht ändern und ein unbegrenztes Steigern der Lebenserwartung ist daher nicht zu erwarten. Bei Labortieren hat man erfolgreiche Versuche gemacht, das maximale Lebensalter von Versuchstieren etwas zu erhöhen, doch eine Anwendung am Menschen gibt es bis jetzt noch nicht. Da wären neben der eventuellen Machbarkeit noch politische und ethische Diskussionen notwendig.

Wie es mit der Lebenserwartung in Zukunft weiter geht ist Spekulation. Epidemien können diesen Anstieg von der mittleren Lebenserwartung dämpfen oder (vorübergehend?) senken. Auch Einschränkung medizinischer Massnahmen bei älteren Patienten kann zu einem Rückgang der Lebenserwartung führen. Es gibt noch andere Faktoren, die unsere mittlere Lebenserwartung in Zukunft negativ beeinflussen könnte (Stress in Beruf und Freizeit, rund um die Uhr erreichbar sein, ungesunder Lebensstyl, verschiedene Emissionen…). Die Auswirkungen vom modernen Leben auf die mittlere Lebenserwartung kann noch nicht sicher abgeschätzt werden – die „Generation Handy“ gibt es noch zu wenig lang. Beim Rauchen, Asbest und … waren die Auswirkungen auch erst nach vielen Jahren feststellbar und dann lange umstritten (wie ist das heute mit E-Zigarette, Nanopartikeln, immer stärkerer Handynutzung und …?).

Die Lebenserwartung ist auch regional unterschiedlich . Die höchste Lebenserwartung wurde in den Agglomerationen festgestellt, wobei die Lebenserwartung im Zentrum seit 1970 weniger stark anstieg und sich dem Wert der ländlichen Gegend (hier liegt der Grund der tieferen Lebenserwartung u.a. an Berufen mit erhöhtem Unfallrisiko) anglich . Also die Gemeinden mit genügend Grün im Siedlungsgebiet um die zu wenig begrünten Zentren scheinen uns zu behagen. Eine zu starke Verdichtung der Bauzonen könnte eventuell die Lebenserwartung der Einwohner negativ beeinflussen.

Die statistischen Angaben stammen aus der Publikationen „Sterbetafeln für die Schweiz 1998/2003“ und „Räumliche Unterschiede bei der Mortalität in der Schweiz seit 1970“ des Bundesamtes für Statistik

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