Oberwil-Lieli

Eine Ortschaft. Nahe der Stadt Zürich, Steueroptimierer ziehen oft hier hin und profitieren gerne von der guten Erschliessung durch die Autobahn. Diese ermöglicht ein bequemes Pendeln an Orte, wo noch so etwas wie eine reale Wertschöpfung stattfindet. Durch den Uetlibergtunnel (wer hat den eigentlich bezahlt?) ist man noch schneller in der bösen linksgrünen City, zu der man sich allmorgendlich offenbar doch so hingezogen fühlt?

Nun denn, abends ist man schnell wieder daheim, in seiner behüteten Welt. Hier ist die Welt noch in Ordnung, hier gibt es kein Gesocks, es ist ruhig, ja kaum eine Beiz gibt es hier. Man will seine Ruhe haben, wer blöd tun will, der kann sich ja in der Stadt Zürich wie ein Halbaffe aufführen. Dafür haben wir ja das Postauto. Sollte es der Gemeindebürger übertreiben, dann kriegen wir das nicht mal mit, schliesslich hat die Stadt Zürich ja für uns und die anderen Aargauer jetzt eigens eine Ausnüchterungszelle finanziert.

Aber hier ist Ruhe, die Idylle. Hier ist man unter seinesgleichen. Man sucht nicht unbedingt das Landleben an sich, nein, dieses wäre durch Kuhglockengeläute und dem Geruch von Kuhfladen auch nicht so das wahre. Ausserdem muss der Bauer morgens früh raus, auch das gäbe einfach so eine gewisse Unruhe in die Sache. Arbeiten ist schon gut, aber bitte nicht hier.

In einem Wort: Oberwil-Lieli ist stinklangweilig. Es ist einer jener Schlafstädte, deren Einwohner sich ihre Belanglosigkeit durch teuere Autos und vor allem durch an Hässlichkeit nicht zu überbietenden teure Villen zu überdecken versuchen. Eine Art Gated-Community nach Schweizer Modell, noch ohne Zugangsschranke, zu der selbst so zweifelhafe Elemente wie meinesgleichen freien Zugang haben. Denn man ist ja sicher. Der Staat (Kt. Aargau) sorgt dafür.

Keinen Zugang zu diesem Paradies, diesem vermeintlichen und verlogenen Garten Eden haben die Asylbewerber.

Da ist dann die Grenze erreicht. Denn alles tolerieren wir nicht. Reicht schon an den schlimmen Bildern am Fernsehen. Diese zehn Asylbewerber lassen wir uns nicht aufs Auge drücken. So nicht. Bis anhin hatten wir keine Kriminalität hier, aber sobald da diese, nun ja, diese Schwarzen, diese jungen Männer kommen. Dann ist Ende Feuer, dann kann man auch hier nicht mehr leben. Werden junge Frauen auf offener Strasse vergewaltigt und wird am hellichten Tag bei uns eingebrochen.

Bis anhin haben wir doch alles Unangenehme auf andere Gemeinden abgewälzt und sind doch ganz gut gefahren damit. So soll es doch bitteschön auch bleiben...

Und die Busse des Kantons? Diese läppischen 290'000 Stutz? Lachhaft, diese zahlen wir gerne aus unserer Portokasse.

Gruss aus der Stadt Zürich: Pfui Teufel!

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