Ferien in Aegypten sind billig und schön, und was kümmern mich denn Folterer und Schlächter, die sind ja sowieso weit weg...

Ich weiss nicht, wer von Euch jüngst mitbekommen hat, was dem italienischen Journalist in Agypten in Wirklichkeit passiert ist, und es würde wohl auch nur Wenigen gefallen, wenn ich hier wiederholen würde, was dem armen Mann alles angetan wurde, bevor er wahrscheinlich endlich sterben durfte.

Aber es wird wohl auch nur Wenige interessieren. Und vor Allem nicht die, die sich bereits jetzt schon darauf freuen, ihre Billig-Ferien in Aegypten, schön abgeschirmt von Krieg, Elend, Folter und Mord, im Auftrag und Interesse des Staates, verbringen zu dürfen.

Aber genau das ist es doch, über kleine Kinder, die sterben müssen, weil ihre Eltern in die gelobten Länder ziehen wollen, da kann man ellenlang Entsetzen verbreiten, aber wenn einem mit Zigarretten die Augen ausgebrannt werden, alle Nägel ausgerissen, um nur 2 der Kleinigkeiten zu erwähnen, die er miterleben durfte, nimmt sich nicht einmal das Schweizer Fernsehen mehr die Zeit und Mühe, daraus einen kritischen Beitrag zu erstellen.

Ober man hat einfach davor Angst, einen der letzten verbliebenen Freunde im wilden Osten zu vertäuben, grad so, wie der deutsche Satiriker den Chef der Türken vertäubt hat. Nach diesem Ereignis wird man ja auch bei uns sowieso medial über die Bücher gehen, um ja niemanden mehr böse zu machen, der es Einem übel nehmen könnte.

Und so wird man so tun, als wäre eigentlich gar nichts gewesen, und weiter dort Ferien machen, wo die Schlächter mit Amtsausweis wohnen, einfach etwas Weiter weg, dort, wo es keine Journalisten gibt, die ja hätten zuhause bleiben können, denn, dann wären sie ja auch noch gesund, und ganz, und zudem erst noch am Leben.

Aber so sind wir halt. Gross puupen, wenn es um Andere geht, aber sobald wir selber darunter zu leiden hätten, oder deswegen z.B. in so einem Land keine Ferien mehr machen dürften, dann sähe daoch auf Einmal Alles ganz anders aus.

Schande über uns, die wir wissen, aber nicht wollen.

Meine ich wenigstens.

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