Elemente einer aktivierenden Sozialpolitik

Das Prinzip „Arbeit statt Fürsorge“ muss in der Schweiz besser umgesetzt werden. Ideal wäre der Aufbau eines Sekundär- oder Komplementärarbeitsmarkts, in welchem Schwächere, Handicapierte in geschützten Rahmenbedingungen (mit Kündigungsschutz, Betreuung, Teilzeitanstellung, etc.) in privaten oder öffentlichen Arbeitsstellen arbeiten könnten.
Wichtig ist die Neuorientierung beim Betreuungspersonal. Es braucht in den Sozialhilfe- und IV-Institutionen vermehrt Berufsberater/-innen und Arbeitsmarktintegratoren anstelle der traditionell ausgebildeten Sozialarbeiter/-innen.
Es muss eine verstärkte Koordination oder Zusammenlegung der drei operativen Betreuungsstellen der Regionalen Arbeitsvermittlung RAV, der IV-Stellen und der Sozialhilfe-Behörden (unter Einbezug der Berufsberatung und der Ausländerintegrationsstellen) herbeigeführt werden.
Absolut entscheidend ist die Neuorientierung des finanziellen Entschädigungs- und Anreizsystems. Das Prinzip „Fördern und Fordern“ muss sich auch im Anreizsystem auswirken. Das traditionelle SKOS-Entschädigungssystem führte oft dazu, dass sich das Nicht-Arbeiten und dafür der Bezug von Sozialhilfegeldern geradezu lohnten. Die allenfalls teilzeitliche, zumutbare Erwerbstätigkeit muss sich lohnen – immer so weit Sozialhilfebezüger/-innen überhaupt arbeitsfähig sind.
Bei Leuten in Armut mit Migrationshintergrund braucht es besondere Aufmerksamkeit. Insbesondere ist die individuelle Begleitung durch ein „Coaching“ oder das „Case Management“ erfolgsentscheidend. (Nach Rudolf H. Strahm: „Warum wir so reich sind“, Seite 84, 2008)

6 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Sozialversicherungen»

zurück zum Seitenanfang