Massloser Ausbau der Strasseninfrastruktur fördert letztendlich die weitere Zunahme der Bevölkerung, was aus ethischer und ökologischer Sicht unvertretbar ist.

Eine zweite Gotthardröhre verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern die Signalwirkungen tendieren in die falsche Richtung: der Konsument will mehr Wohlstand, also muss mehr gebaut werden. Der Wunsch nach unendlichem Wachstum in einer physisch beschränkten Umwelt führt jedoch zur Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Für den momentanen Wohlstand scheint man bereit zu sein, bis an die Kapazitätsgrenzen bauen zu wollen. Die Allgemeinheit soll schliesslich dafür aufkommen, jedes Konsumbedürfnis des einzelnen zu befriedigen.

Weder ist es die verkehrspolitische Aufgabe des Bundes, jedem momentanen Konsumbedürfnis nachzukommen, noch macht es aussenpolitisch Sinn, mit solchen Luxusprojekten auf der internationalen Bühne zu imponieren. Prinzipiell ist es daher nicht vertretbar, dass die Allgemeinheit für ein solches Projekt zahlen muss.

Baut man die Strassenverkehrsinfrastruktur aus, ist es eine logische Konsequenz, dass das Bevölkerungswachstum fortschreitet. Prinzipiell ist es ganz einfach zu erklären: Wo es genügend Strassen gibt, kann weiteres Wirtschaftswachstum stattfinden. Wo Wirtschaftswachstum stattfindet, findet Immigration statt. Jeder Immigrant will einen BMW und weiss genau, dass und wie er ihn kriegen wird. Wenn die Immigranten den Staat zu viel kosten, befindet die Regierung, es sei wohl am günstigsten, jedem einen Führerschein zu bezahlen (steht mancherorts übrigens schon zur Debatte!). Dies führt dann dazu, dass es einen weiteren Ausbau der Strassen braucht- und letztendlich bald einen dritten Gotthard Strassentunnel.... Wo soll das dann aufhören?

"Wir wollen keine 10 Mio. Einwohner- Schweiz" war eines der Hauptargumente, mit denen die Junge SVP ZH letzten Herbst bei den Nationalratswahlen wesentlich zum Wahlerfolg der SVP Zürich beigetragen hat. Da durch die zunehmende Überbevölkerung global eine ökologische Katastrophe droht (vor der gewisse Gutmenschen lieber ihre Augen verschliessen) haben wir zu Lasten der Grünen einen Wählerkreis mit ökologischem Bewusstsein angesprochen. Es wäre daher schade, wenn sich bürgerliche Politiker weiterhin von diesem Konsumrausch blenden lassen.

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