Eine Partei die Fortschritt propagiert setzt sich für den Rückschritt ein!

43.3 % der Wohnbevölkerung (2014) in der Schweiz sind verheiratet oder leben in einer eingetragenen Partnerschaft. Ca. 80'000 von ihnen, also Doppelverdiener, kommen in den Genuss der CVP-Initiative. Also ca. 4% der gesamten Wohnbevölkerung der Schweiz. Auf kantonaler Ebene sind Paare bereits heute gegenüber unverheirateten / unverpartnerten Paaren bereits bevorzugt.

Soll also aufgrund steuerlichen Gründen NEIN gesagt werden? Dies muss jeder selbst entscheiden. Fraglich ist vor allem ein Punkt, welcher die Initianten beinahe selbst bereits gestrichen hätten, wenn sie nach einer Minderheit innerhalb der Partei gegangen wären. Nämlich den Passus, welcher die Ehe als Verbindung von Mann und Frau definiert. Die Initianten wollten also, anstatt sich mit der rein finanziellen Thematik zu befassen, auch eine Definition von Ehe in der Verfassung festschreiben. Eine Definition, welche die bisherigen Gespräche um eine Öffnung der staatlichen Verbindung zwischen zwei Menschen, wieder um Jahre zurückwerfen würde. Gerade weil Gegner dieser Idee, dies als entsprechendes Signal deuten würden.

Gemäss Initianten sagt die Europäische Menschenrechtskonvention (ERMK), gerade die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau festschreiben. Genau diese Auslegung stimmt jedoch nicht. Gemäss der EMRK heisst es einzig, dass Mann und Frau im heiratsfähigem Alter der Zugang zur Eheschliessung nicht verwehrt werden darf.

Die wichtigste Frage ist also, ob ein Teil der Bevölkerung für mehrere Jahre oder Jahrzehnte die Gleichstellung verwehrt werden soll. Einzig damit ein weit aus geringerer Teil Steuern sparen kann?!? Ich hoffe auch sie beantworten diese Frage mit einem NEIN!

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