Verkehrte Welt? Wenn die GSoA jemanden zum Militärdienst verhelfen will..., oder warum ein Veganer unbedingt Menschen, aber keine Tiere töten will.

Aufheiterung der morgendlichen Totengräberstimmung in der S-Bahn; denn dieser Artikel entlockte selbst dem eingefleischtesten Morgenmuffel ein kleines Zucken im Mundwinkel...

http://www.20min.ch/schweiz/romandie/story/Veganer-klagt--weil-er-nicht-ins-Militaer-darf-30145191

...und die GSoA hilft ihm dabei.

Ein Widerspruch? Auf den ersten Blick vielleicht. Tiefer betrachtet, hm, naja, Veganer sind im Dienst wohl nicht vorgesehen? Ist denn das eine Krankheit? Geht es nicht vielmehr darum, im Militär eine gewisse Gleichmachermentalität durchzusetzen? Nichts neues, schon klar, aber deswegen nicht zeitgemässer.

Im konkreten Fall geht es im wesentlichen um die Schuhe. Wegen des Leders. Hm, es gibt mittlerweile auch durchaus brauchbare Wander-/Bergschuhe aus Kunststoff, oder irre ich da? Ich bin nicht Veganer, respektiere sie aber, auch wenn ich weiss, dass Veganer sich letztendlich selber belügen, aus vielen Gründen, nur schon weil ihre Ernährung nicht gesund ist, ja, eine eigentliche Mangelernährung darstellt, die mit Medikamenten und Vitaminzusätzen "behandelt" werden muss (besser wäre es natürlich ab und an wenigstens ein Glas Milch zu trinken oder ein Stück Käse zu essen).

Nichtsdestotrotz finde ich, dass Veganer durchaus Militärdienst leisten sollen (resp. je nach Optik dürfen), denn wenn es bei der Verpflegung für Muslime und Angehöriger anderer Religionen "Extrawürste" (halal?) gibt, warum denn nicht auch für den Veganer? Ich bin da nicht vom Fach, aber das Menue für den Hindu (sofern es das gibt), es dürfte doch wohl auch für den Veganer akzeptabel sein? Wenn sich jemand zum Hinduismus bekennen würde, dürfte er deswegen auch vom Militärdienst ausgeschlossen werden?

Könnte es u.U. sein, dass eine gewisse Gleichmachermentalität nur OK ist, wenn sie denn nicht gegen eine Religion verstösst? Namentlich gegen Religionen, die hier zwar vorkommen, aber nicht unbedingt hier typisch sind? Hat man etwas Angst, dort ein heisses Eisen anzufassen, während man sich das bei einem Schweizer, der "halt etwas speziell" ist, durchaus erlauben kann?

Ich vermag das nicht zu beantworten, ja, ich stehe vor mir völlig fremden Fragen. Soll ich als Pazifist jemanden helfen Dienst tun zu können, nur weil ich finde, er hat das "Recht" dazu, d.h., ich stelle das Diskriminierungsverbot höher, als meine pazifistische Gesinnung? Ich bin versucht dies zu tun, und sei es nur schon, weil etwa Muslime Militärdienst leisten dürfen, da ist es offenbar selbstverständlich, dass diese ihre Extrawurst gebraten kriegen?

Wie steht es mit anderen Minderheiten? Etwa mit Homosexuellen? Wie steht das dort mit der Dienstpflicht? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht.

Und was ist im Umkehrschluss mit den Veganern? Gibt es da nicht auch, ich nenne es mal vorsichtig, "sektiererische" Tendenzen?

Wie glaubwürdig ist jemand, der keine Tiere töten will (und zwar im Gegensatz zum Vegetarier konsequent, das sei ihm attestiert), sich aber unbedingt in den Militärdienst begeben will? Würde ein glaubhafter Veganer nicht von sich aus den Militärdienst konsequent ablehnen? Ja, jeglicher Kontakt mit einer Waffe wäre ihm nur schon aufgrund seiner Überzeugung verboten?

Schliesslich muss er, einmal in Militärdiensten, ggf. auch Menschen töten können, das ist sozusagen der Witz der Sache?

128 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Diskriminierung»

zurück zum Seitenanfang