Europaweit wird das „Das Volk“ immer ignoranter und empathieunfähiger, gleichzeitig will es aber immer mehr Macht: Das Wiedererwachen der faschistischen Idee.

Es gibt kaum Möglichkeiten um diese Entwicklung noch zu bremsen und aufzuhalten.
Erfahrungen aus vergangenen Zeiten zeigen uns eindeutig dass man mit der Vernunft nicht gegen die mit Angst gefütterten Vorurteile ankommt, vor allem wenn diese Vorurteile einem Vorteile versprechen.

Die Aufklärung, die Wissenschaften, die zivile Gesellschaft, das sind Errungenschaften welche auf der menschlichen Auseinandersetzung mit sich selbst, der Umwelt und im ständigen Austausch mit anderen erbracht wurden.
Heute sind humanistische Werte einer immer grösseren Gruppe von Menschen in Europa nun noch ein abstrakter Begriff, und je nach Ideologie werden daraus z.B. Menschenrechte und Freiheiten so herausgepickt wie es einem gerade passt.
Das Wissen und die Wissenschaft werden geschmäht, Gebildete werden verachtet, der Offenheit anderer wird misstraut…
Es ist halt schon so dass es einfacher ist, Nichts zu wissen, den anderen die Schuld geben zu können, zu stänkern ohne mitzudenken… Das Zeitalter der Denkfaulen.

Und gleichzeitig eine andere Entwicklung: 62 der reichsten Menschen auf der Welt sollen mehr besitzen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.
Ob das wirklich wahr ist, dass weiss wohl niemand so genau, bestimmt auch diese 62 Menschen nicht, die sicher selbst von dieser Einschätzung und ihnen zugesprochenem Reichtum und Macht überrascht sind.
Ganz sicher ist aber dass diese 62 Menschen praktisch unendlich vermögend sind und dass daraus eine Macht über viele weniger vermögende resultiert.
Wollen wir jetzt wirklich ganz genau wissen WIE gross diese Macht tatsächlich ist?

Und soll man das überhaupt messen, wie will man überhaupt noch irgendetwas wirklich wissen, in einer Welt welche nur noch nach Eigeninteressen vermessen wird?
Oder sind Reichtum und Macht sowieso nur "Schall nur Rauch" angesichts der unüberschaubaren und unberechenbaren Horden, welche sich alles überstimmend zum „Volk“ erklärt haben?

Nichts an dieser Lage ist neu, wir hatten das alles schon mal… nationalistischer Wahn, neu-feudale Besitzverhältnisse, ungleiche Verteilung von Wissen, Macht und Vernunft…
Nur die Grössenordnung ist eine neue: Die weltweite Synchronisierung ist schon so weit vorangeschritten dass nun auch lokale Entwicklungen sehr starke globale Auswirkungen entfalten können.
Würde man das doch wenigstens berücksichtigen und die eigenen Entscheide auf ihre Auswirkungen prüfen…
Auch die gebildetsten und wohlwollesten Entscheidungsträger unter uns sind im gleichen Wirrwarr aus „zu viel“ und gleichzeitig „zu wenig“ Information gefangen wie alle anderen auch.

In vielen neueren Werken über Hintergründe, Ursachen und Wechselwirkungen welche zum ersten Weltkrieg geführt haben, wird oft vom „Hineinschlittern“ gesprochen.
Man wollte eigentlich keinen Krieg, doch man wollte auch die eigenen Interessen nicht mehr zurückstellen müssen, egal wie irrational und marginal diese waren.
„Schlafwandelnd“, also von eigener Schuld befreit, soll das passiert sein, nicht wissend um die Konsequenzen, man hat das eigene Wohl über das Wohl anderer gestellt.

Wissen wir es heute wirklich besser, können wir sicher sein dass wir heute nicht ganz ähnlich handeln und auf eine ähnliche, aber um Dimensionen grössere Katastrophe zusteuern?

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