Nein zu verkehrs- und umweltpolitischen Fehlinvestitionen im Zauderland

Nehmen wir einmal an, Sie werden erst 2050 geboren: Wie würden Sie auf das Umweltbewusstsein unserer Zeitgenossen zurückblicken? Würden Sie sich nicht auch ärgern, dass die heutige Menschheit sich nicht dazu aufraffen konnte, dem Kollaps der Natur entgegenzuwirken? Würden Sie sich nicht auch wundern, warum unsere Generation den Verbrauch natürlicher Ressourcen wider besseren Wissens nicht einzuschränken vermochte? Würden Sie nicht auch die Jetztmenschen anklagen, die künftigen Generationen einer natürlichen Lebenswelt beraubt zu haben?
Es ist ja nicht so, dass wir in der Vergangenheit nichts für den Erhalt der natürlichen Umwelt getan hätten: die Energieeffizienz wurde in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gesteigert; Giftstoffe dürfen nicht einfach mehr im Boden vergraben oder im Meer versenkt werden; und wir rezyklieren unsere Haushaltsabfälle eifriger denn je. Dabei blenden wir geflissentlich aus, dass wir absolut gesehen viel mehr Energie brauchen, viel mehr Gifte freisetzen und viel mehr Abfall produzieren als zuvor. Wir sind daher auch nicht sonderlich erstaunt, wenn uns die Wissenschaftler periodisch darüber informieren, dass der Klimawandel weiter voranschreitet; oder die Artenvielfalt weiter geschrumpft ist; oder natürliche Lebensräume immer rarer werden.
Unserer Generation scheint es an der Entschlossenheit zu fehlen, die volle Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen und die umweltpolitischen Weichen entsprechend zu stellen. Zaghaftigkeit im Handeln scheint unser Gewissen ausreichend zu beruhigen. Dann reförmeln wir eben weiter.
Ganz sicher dürfen wir aber keine Entscheidungen treffen, die die schleichende Katastrophe noch beschleunigen. Der Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard ist eine solche Entscheidung: Die Verdoppelung der Kapazität durch den Gotthard wird auch zu einer Verdoppelung des Schwerverkehrs führen. Der Transport von Gütern auf der Strasse braucht fünfmal mehr Energie als auf der Schiene und produziert fünfzehnmal mehr Treibhausgase als deren Beförderung mit der Bahn. Daher am 28. Februar ein Nein zur 2. Röhre am Gotthard.

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