Vasella und Reinhardt - Vorgänger und aktueller VR-Präsident von Novartis

Ist die Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) wirtschaftshörig?

Sind die FDP.Die Liberalen von der Wirtschaft abhängig?

Die „NZZ“ lässt Novartis-Verwaltungsrats-Präsident Jörg Reinhardt, Ph.D., deutscher Manager zu Worte kommen.

Unter dem Titel „Ungeschminktes Bild“
Link: http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/ungeschminktes-bild-1.18637991 .
bzw. "Hang zum Isolationismus“ („NZZ“-Printausgabe vom 30.10.2015)
Link: http://webpaper.nzz.ch/2015/10/30/wirtschaft/NBPIN/hang-zum-isolationismus .

  • Text dieser Google-Seite angehängt - vollzieht Jörg Reinhardt eine Schweiz-Diagnose aus seiner Sicht. Auf deren Inhalt wird nachfolgend eingegangen.

Jedoch, die „NZZ“ lässt bis heute – 03.11.2015 – kein Sterbenswörtchen verlauten, dass der Vorgänger von Jörg Reinhardt als Novartis-VR-Präsident, Daniel Vasella sich nach Monaco abgesetzt hat.
Darüber haben verschiedene schweizerische Tageszeitungen schon berichtet und nun auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 03.11.2015 umfassend - unter dem Titel: „Daniel Vasella bevorzugt jetzt Monaco“ (Bericht) und „Abzocken, nein danke“ (Kommentar).
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„F.A.Z.“ Dienstag, den 03.11.2015 Unternehmen 24
Von Carsten Knop

"Daniel Vasella bevorzugt jetzt Monaco"

Der ehemalige Novartis-Chef hat keinen guten Ruf mehr zu verlieren: In der Schweiz will er lieber keine Einkommen-, Vermögen- oder Erbschaftsteuer zahlen.
Zeit seines Berufslebens hatte sich Vasella übrigens stets als ein Unternehmenslenker präsentiert, für den höchste ethische Standards gelten.

„An Daniel Vasella scheiden sich die Geister. Der frühere Vorsitzende der Geschäftsleitung und Verwaltungsratspräsident des Schweizer Pharmakonzerns Novartis gilt den meisten als der Abzocker schlechthin. Vasella ist das Paradebeispiel für gierige Manager, die sich um ihren Ruf nicht mehr scheren, wenn nur das Geld stimmt. Und für nicht wenige Schweizer ist Vasella jetzt auch jemand, der dem Land allein aus steuerlichen Gründen den Rücken gekehrt hat, der nach Monaco gezogen ist, um dem Schweizer Fiskus weniger überweisen zu müssen.
Denn soeben hat die Schweizer „Sonntagszeitung“ gemeldet, dass der inzwischen 62 Jahre alte Vasella seinen Hauptwohnsitz wohl schon vor einiger Zeit in das Steuerparadies Monte Carlo verlegt hat. Dafür kann man gute Gründe haben. Denn Einkommen- und Vermögensteuern erhebt Monaco keine. Und auch von der Erbschaftsteuer sind die Einwohner des Fürstentums befreit. Für einen Menschen, der so reich ist wie Vasella, könnte es kaum bessere Motive geben, ein Land jedenfalls als Steuerbürger zu verlassen. Denn Vasella hat immer fürstlich verdient – und mit seinem Gehaltspaket zum Abschied von Novartis seinerzeit für erheblichen Gesprächsstoff in der Schweiz gesorgt.

Andere [- welche? - ]Schweizer wiederum können am Verhalten Vasellas bis heute eigentlich nichts Verwerfliches finden: Er sei schließlich einer der besten Manager der Schweiz gewesen, wird argumentiert. Und angesichts der politischen Entwicklung in der Schweiz sei es kein Wunder, wenn er seine Steuern künftig nicht mehr im Lande zahlen wolle. Doch gewiss wird auch Vasella selbst davon ausgehen, dass solche Meinungen eher für eine Minderheit stehen. Die Mehrheit wird sich denken, dass Gier eben keine (Länder-)Grenzen kennt.

Vasella war zwischen 1996 und 2010 Vorsitzender der Geschäftsleitung und von 1999 bis 2013 Verwaltungsratspräsident von Novartis gewesen. Für Kritik hatte seinerzeit schon das hohe Gehalt Vasellas gesorgt, das im Jahr 2007 bis zu 42 Millionen Schweizer Franken jährlich betrug. Für Aufsehen weit über die Grenzen der Schweiz hinaus sorgte zudem seine ursprüngliche Entlohnungsregelung für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Verwaltungsratsvorsitz. Beratertätigkeit und Konkurrenzverbot sollten Novartis jährlich 12 Millionen Franken für die sechs Jahre nach Vasellas Ausscheiden kosten. Bei Einhaltung der Vertragsbedingungen wären also maximal 72 Millionen Franken zusammengekommen. Wenig erstaunlich wurde das Ganze zum Politikum. Denn die Regelung wurde Mitte Februar 2013 bekannt – und damit nur zwei Wochen vor der damaligen Volksabstimmung der Volksinitiative „gegen die Abzockerei“. Es half auch nichts, dass Vasella sagte, er werde den Betrag nach Steuern und weiteren Kosten spenden. Nach starkem öffentlichem Druck verzichtete er schon wenige Tage nach Bekanntwerden auf die Entschädigung.

Dabei aber blieb es dann doch nicht: Im Juli 2013 gab Novartis bekannt, dass Vasella für gewisse Übergangsdienstleistungen zwischen Februar und Ende Oktober 2013 knapp 5 Millionen Franken (4,4 Millionen Euro), davon 2,2 Millionen Franken in Aktien, erhält. Ein bis zum Ende des Jahres 2016 laufender Beratervertrag sollte Vasella zudem 25 000 Dollar je Tag Beratung garantieren. Die Mindestsumme beträgt 250000 Dollar für jedes der Jahre 2014, 2015 und 2016.

Auch wenn er auf sein ganz großes Abzocker-Abschiedspaket damit verzichtet hat – arm ist Vasella also nicht, zu versteuern gäbe es einiges und auszugeben auch, ganz ohne Konjunktiv. Denn auf diesem Gebiet schafft Vasella harte Tatsachen. An seinem früheren Wohnort in Risch im Kanton Zug hatte sich Vasella, wie es in den Berichten aus der Schweiz heißt, im Januar 2013 abgemeldet. Wohin es ihn danach zog, wusste seither niemand, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Seit den Berichten vom Wochenende ist damit Schluss. Demnach soll Vasella inzwischen in bester Lage an der Mittelmeerküste leben. In einer 22-stöckigen Luxus-Residenz habe er eine 268 Quadratmeter große 5-Zimmer-Masionettewohnung bezogen. Eingeschlossen ist die in Immobilien dieser Kategorie übliche Luxusaustattung vom Weinkeller bis zur Fitnesseinrichtung und den entsprechend notwendigen Schwimmbädern. Die Kosten für Vasellas neues Heim werden von Branchenkennern auf rund 24 Millionen Euro geschätzt.

Aber auch in der Schweiz investiert Vasella weiterhin. Ende Juli hat er in Risch das Landgut Aabach gekauft, das gleich neben der 700 Quadratmeter großen Villa liegt, die Vasella vor vier Jahren an seine drei Kinder übertragen hat. Wie es in der Schweiz allenthalben heißt, geschah dies, um schon damals drohenden Unbill rund um irgendwann einmal fällige Erbschaftsteuer zu umgehen. Dem Vernehmen nach lag der von zwei Schätzern bestimmte Kaufpreis zwischen 30 und 40 Millionen Franken. Verkäufer des Landguts war übrigens sein ehemaliger Arbeitgeber [Novartis]. Und ohne Rechtsstreit mit Novartis ist diese Transaktion nicht über die Bühne gegangen.

Zeit seines Berufslebens hatte sich Vasella übrigens stets als ein Unternehmenslenker präsentiert, für den höchste ethische Standards gelten. Ob es um das Krebsmedikament Glivec (hierzu ist seinerzeit das Buch „The magic cancer bullet“ erschienen) oder um die Überlassung von Medikamenten gegen Malaria und Lepra für den Einsatz in Entwicklungsländern zum Selbstkostenpreis ging – für solche Aktionen stand Vasella seinerzeit mit seinem Namen gern. Auch seine Managementleistung bei Novartis ist durchaus anerkannt. Davon redet aber heute kaum noch jemand. Und Vasella weiß, warum.“

„F.A.Z.“ Dienstag, den 03.11.2015 Unternehmen 26
Von Carsten Knop

"Abzocken, nein danke"

Er selbst hat sich mit diesem Verhalten schon erheblich geschadet. Aber schlimmer noch ist es, wie sehr ein solches Gehabe Vertrauen in ganze Manager-Eliten zerstört, die trotz aller Ausfälle in der heutigen Zeit eben nicht nur aus Abzockern bestehen

„Nein, so wie Daniel Vasella, der ehemalige Verwaltungsratschef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, darf man es nicht machen. Wer sich als Manager entscheidet, seinen Abgang so zu managen, dem mag man nicht mehr zutrauen, im Beruf alles richtig gemacht zu haben. Vasella war dabei gar kein schlechter Unternehmenslenker. Doch seit seinem Abgang aus Amt und – im wahrsten Sinne des Wortes – auch aus Würden, scheint ihm sein Ruf relativ gleichgültig zu sein. Das ist das eine, und es ist schlimm genug. Es geht aber eben nicht nur um ihn. Vasellas Gehalt hatte zu seiner aktiven Zeit exorbitante Höhen erreicht, seine ursprüngliche Abfindungsregelung wurde zum Skandal – und nun wundert es auch niemanden mehr, dass er aus rein finanziellen Überlegungen offenbar zum Steuerbürger Monacos geworden ist. Er selbst hat sich mit diesem Verhalten schon erheblich geschadet. Aber schlimmer noch ist es, wie sehr ein solches Gehabe Vertrauen in ganze Manager-Eliten zerstört, die trotz aller Ausfälle in der heutigen Zeit eben nicht nur aus Abzockern bestehen. Sie haben nun ein dickes Brett zu bohren: In welcher Führungsposition auch immer man arbeiten darf, man sollte sich vornehmen, am nachhaltigen Erfolg gemessen zu werden, über das Ausscheiden aus dem Unternehmen hinaus. Dann wäre in Sachen guter Unternehmensführung viel gewonnen.“

zum "NZZ"-Artikel
Im Bericht der „NZZ“ kommt auch Herr Jörg Reinhardt, der Nachfolger Vasellas als Verwaltungsratspräsident der Novartis, quasi in einem Nebensatz, zur Kritik an den Unternehmen [- zutreffend ist: an den Unternehmern (Personen wie Vasella (Novartis), Barnevik (ABB), Dougan (Credit Suisse) usw., usf.: «Arroganz, Ignoranz und Hybris der Wirtschaftselite», so meinte er, ohne in die Details zu gehen, seien für den Stimmungsumschwung [gegen die Wirtschaft] mitverantwortlich gewesen.

Mit „Hybris“ meint Herr Jörg Reinhardt sehr wahrscheinlich die verwerfliche Mentalität des „Enrichissez-vous“, die CEOs und andere Mitglieder der Geschäftsleitung und Verwaltungsratspräsidenten Präsidenten und Verwaltungsräte (alle vorwiegend männlich) in diversen grossen schweizerischer Unternehmen angetrieben hat - antreibt(?) hat, sich gegenseitig Geld / Aktien in den Hintern zu schieben oder es sich einfach zu nehmen. Das Geld, das dich die oben angeführten Personengruppen als Boni für ihre normale bzw. ungesetzliche Arbeit - Banker: Manipulationen von Indizes, von Kursen etc. - ins eigene Portemonnaie gesteckt haben; hätte nicht ihnen, sondern den Aktionären, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, evtl. den Steuerbehörden zugestanden. John Cryan, CEO der Deutsche Bank: „Für Fehlverhalten gibt es keine Entschuldigung“.

Die reinhardtsche Formulierung „mitverantwortlich“ ist eine Verharmlosung dieses Fehlverhaltens der Unternehmer, der Manager. Die von der „NZZ“ und der