TiSA ist kein Thema im Nationalrats-Wahlkampf. Tattoos sind interessanter.

Bekanntlich finden zur Zeit unter faktischer Federführung der USA weltweit Verhandlungen über Freihandelsabkommen statt, und zwar bekanntlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Unter Umgehung demokratischer Prinzipien sollen solche Abkommen dereinst unterzeichnet und ratifiziert werden, ohne dass ihr Wortlaut bekannt gegeben würde. So sollen Vereinbarungen auch nach Inkrafttreten für Jahre noch geheim gehalten werden.

TTIP, TiSA, TPP und CETA heißen diese Abkommen kurz. Die Schweiz ist unmittelbar von TiSA betroffen. Vom TTIP-Abkommen ist sie mittelbar durch die EU betroffen. Wie gesagt, Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Teilweise sollten Bestimmungen auch nach Inkrafttreten für Jahre noch nichtöffentlich bleiben. Wie das gehen soll, bleibe dahin gestellt. Dass es undemokratisch ist, ist offenbar. Und dass wiederholt höchst fragwürdige Verhandlungsdetails ans Licht der Öffentlichkeit gelangen, sagt ja das seine dazu aus.

Neuste Enthüllung: Die Pharmalobby drückt bei den TPP-Geheimverhandlungen Generika an die Wand.

Siehe:

Was uns wohl von und mit TiSA erwarten wird? Und warum es wohl so stille ist um das Thema TiSA? Warum es wohl nichts für den Wahlkampf her gibt? Warum wohl alle dazu schweigen? Weil es dem Schweizervolk gleichgültig ist? Weil die Menschen in diesem Land so satt, träge und dadurch apathisch sind, dass es sie nicht kümmert? Weil sie so wohlhabend zu sein meinen, dass es sie nicht zu kümmern braucht?

Es ist Wahlkampf. Die SVP serviert "heitere Fahne". Einlullung. Showtime. Vollverblödung. Vom Rest des Politestablishments ist nicht viel zu hören, geschweige denn zu spüren. Die eine hat keine Tattoos. Garantiert. Die andere spricht über Politik und nicht über gemunkelte Tattoos. In der Tat, für den Wähler wichtig zu wissen, wer die Tattoo-Sisters der Legislative sind und wer nicht. FDP-Markwalder? SP-Bruderer? CVP-Schmid-Federer?

"Blick" könnte in der letzten Woche vor den Wahlen dem Thema Rasur nachgehen. Stärkt die Auflage. Sichert Wählerstimmen. Win-win.

Und TiSA bleibt weiter zuhinterst in der untersten Schublade liegen.

Dem Vernehmen nach reiche es einigen... Aha?

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