Frauen sollen in der Politik gefördert werden, heisst es, doch die Medien schneiden sie. In der SRF Arena haben sie gerade mal 17% der Redezeit.

Die Medien thematisieren zurecht die geringe Anzahl der Kandidatinnen für den Nationalrat und fordern Frauenförderung. Wenn es aber hart auf hart geht, lässt der Service Public die Frauen im Stich. In der Arena von letzten Freitag 2. Oktober hiess es deshalb: Männer im Ring, Frauen auf der Ersatzbank.

Von 8 Teilnehmer/innen der Arena waren 3 Frauen (GP, GLP, EVP), aber alle auf der Ersatzbank. Diese ist entscheidend, denn die Männer im Ring haben etwa viermal mehr Redezeit. Sie konnten nicht nur über sich selber reden, sondern immer auch über alle anderen. Dies ergibt eine Auswertung der Redezeiten der Arena.

Von den 75 Minuten sind 3’44” Einspieler und 12’27” Moderation. Es wurde bemerkt, dass der Moderator zuviel spricht, aber er hat nicht am meisten Redezeit.

Am längsten spricht Philipp Müller mit 14’37”, gefolgt von Christian Levrat mit 11’47”, Toni Bruner mit 10’06” und Christophe Darbellay mit 9’59”.

Auf der Ersatzbank sprach am meisten Regula Ritz mit 3’51”, gefolgt von Marianne Streiff-Feller mit 3’25”, Tina Angelina Moser mit 2’33” und Martin Landolt mit 2’31”.

Addiert man die Zeiten der Frauen und Männer, so kommen wir bei der Arena auf einen sagenhaften Frauenanteil von 16.7%, halb so gross wie das Parlament.

Die Arena versuchte das Experiment, die Parteiexponenten die anderen zuhören zu lassen. Es ist nicht gelungen. Auch beim Dreinreden sind die Männer im Ring die Schwiegerkönige: Die Bronzemedaille geht an Christian Levrat mit 12 Unterbrechungen, die Silbermedaille an Toni Brunner mit 15 Unterbrechungen, doch sie sind weiter hinter der Goldmedaille von Christophe Darbellay mit 26 Unterbrechungen.

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