Wir brauchen einen Neustart, aber nicht nur in der Politik sondern vor allem in unseren Köpfen…

Wir sind alle, wenn auch oft unfreiwillig, politische Menschen.
Schon das tägliche Fluchen über Behörden und unsere Verpflichtungen gegenüber dem Staat zeiget das.
Wenn aber so vieles aus dem Ruder zu laufen droht wie aktuell, dann finde ich es wichtig dass wir uns mal bewusster mit unserer Rolle auf dieser Welt und in unserer unmittelbaren Gesellschaft auseinandersetzen…

Wir erleben zurzeit eine Krise der Menschlichkeit, dessen Ursachen und Hintergründe weitaus komplexer sind als wir es als Einzelpersonen erfassen können.
Und die weltweite Flüchtlingstragödie ist nur ein einzelner Schauplatz dieses Versagens.

Was Zäune und Abschreckungsmassnahmen gegen verzweifelte Menschen gebracht haben, die ohnehin nichts mehr zu verlieren haben als Ihr Leben, sehen wir nun an den Bildern aus Ungarn.
Als wäre das nicht zu erwarten gewesen, denn Spanien hat es in ihren „Enklaven“ auf afrikanischem Boden bereist erlebt…

Anderseits will sich die EU nicht vor Ende dieser Woche zum Thema treffen, ernsthafte Gespräche sind erst in 2 Wochen zu erwarten.
2 Wochen bedeutet wohl noch mal 1000 Tote Flüchtlinge und weitere 100‘000 welche sich aus den überfüllten Camps im Nahen Osten in Bewegung setzen.
Die EU-Hasser werden noch Recht bekommen, die Bürokratie tötet.
Nur eben, nicht die eigenen Bürger…

Und die Schweiz glänzt da auch nicht besonders, man will vorerst mit der ebenso planlosen Regierung Serbiens über mögliche Hilfeleistungen sprechen.
Wetten das bringt keinem Flüchtling etwas?

Der Egoismus der verwöhnten Europäern, dieses auf den Eigennutz optimiertes Handeln, empathielos und gegenüber eigenen gesellschaftlichen Errungenschaften respektloses Benehmen ist enttäuschend.
Man kann nur ein komplettes Versagen von Politik feststellen, welche anscheinende Angst hat sich entschieden den Menschenfeinden unter den eigenen Wählern zu stellen und schnell eine vernünftige Lösung anzubieten.

Günstig ist nun keine Variante mehr, das darf man den Bürgern ruhig sagen.
Egal ob man die Flüchtlinge bei sich oder in den Camps in der Wüste aufnehmen will, wir sind als zivilisierte Gesellschaften dazu verpflichtet, nur schon weil wir uns das leisten können.

Wir bezeichnen uns Menschgen gerne als ein soziales Wesen, ausgestattet mit Gewissen und Vernunft.
Wir vergessen aber oft dass das auch eine Verantwortung impliziert.
Und das zeigt sich nun am unserem Umgang mit schwächeren so eindrücklich, noch mehr als in unserem Umgang mit der Umwelt oder den Tieren.

Begegnen wir diesen Menschen mit dem Respekt und der Hilfsbereitschaft welche wir für uns selbst erwarten?
Sind wir fähig uns das Leid der Andern vorzustellen und was folgern wir daraus?
Was für eine Welt wünschen wir uns, was für eine Welt hinterlassen wir unseren Kindern?
Eine reiche und sichere Welt, dafür auf dem Leid der weniger Glücklichen gebaut?

56 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.

3 weitere Kommentare

Mehr zum Thema «Migration»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production