Europa ist mit seiner Politik ein Entwicklungshelfer für die kriminellen Machenschaften der Schlepper

71 Menschen sind in einem Lastwagen tot aufgefunden worden und wieder einmal geht ein Aufschrei durch die Presse. Von skrupellosen Schlepperbanden ist die Rede. Europas Politiker reden schon lange davon, die kriminellen Schlepperbanden härter anzufassen, dabei wird vergessen, dass gerade Europas Flüchtlingspolitik und die Absicht eine Festung um den Kontinent zu bauen, den Schleppern die Grundlage für ihre kriminellen Machenschaften liefern. Menschen – die gezwungen werden auf illegaler Weise nach Europa zu gelangen – ertrinken im Mittelmeer oder finden den Tod in Lastwagen, während Europa sich gerne mit Humanität brüstet.

Welche Humanität ist denn gemeint? Die der wachsenden Ungleichheit? Die Einteilung von Menschen in richtige und falsche Flüchtlinge? Warum investieren europäische Staaten viel Geld in eine Festung statt dieses Geld vor Ort in den Ländern der Flüchtenden zu investieren, damit Menschen dort eine Perspektive haben und nicht versuchen nach Europa zu gelangen? Es braucht schliesslich einen erheblichen Antrieb, seine Wurzeln hinter sich zu lassen und lebensgefährliche Strapazen auf sich zu nehmen, um nach Europa zu kommen. In dieser Situation ist es reichlich selbstgerecht, diesen flüchtenden Menschen vorzuwerfen, dass sie so leben möchten wie Europäer.

Zynisch wird die ganze Angelegenheit, wenn die Betrachtung auf die Industrienationen und ihr politisches Handeln in den Entwicklungsländern fällt. Ohne die wertvollen Rohstoffe – vor allem vom afrikanischen Kontinent – liesse sich der Wohlstand der Industrienationen nicht finanzieren. Dies wäre weniger ein Problem, wenn der Handel auf Augenhöhe stattfinden würde. Weit gefehlt. Die Marktmacht der Industriestaaten wird entsprechend genutzt, um andere Länder und deren Menschen auszubeuten. Um dies alles festzustellen, braucht es keinen Gutmenschen. Das Modell nennt sich so schön euphemistisch Arbeitsteilung.

Am Schluss des Tages kann sich jeder Europäer die Frage stellen, ob er oder sie in der Situation der Flüchtenden nicht auch genauso handeln und versuchen würde nach Europa zu gelangen? Also was ist zu tun? Perspektiven auf ein menschenwürdiges Leben vor Ort schaffen. Konflikte lösen und nicht noch mit Waffenexporten schüren. Die Ungleichheit und die Ausbeutung von Entwicklungsländern bekämpfen. Bedeutet für die Industrienationen und Europa aber am Ende auch Verzicht und hier liegt der sprichwörtliche Hund begraben. Politiker, welche diese Wahrheit aussprechen, werden nicht mehr gewählt. Also belügen wir uns in Europa weiterhin tagtäglich selbst.

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