Ein Bekenntnis zur traditionellen Familie löst einen wahren Shitstorm aus. Täter und Opfer zugleich - ein homosexuelles Paar.

Künstliche Kinder und gemietete Gebärmütter

Die beiden Modeschöpfer Domenico Dolce (56) und Stefano Gabbana (52) hatten sich in der italienischen Zeitung „Panorama“ gegen künstlich erzeugte Babys ausgesprochen und ein klares Bekenntnis zur traditionellen Familie abgegeben. Brisantes Detail – die beiden sind homosexuell. Für Elton John und dessen „Ehemann“ scheint das eine unerträgliche Provokation zu sein, zumal deren Kinder von einer Leihmutter ausgetragen wurden. Elton John rief daraufhin zum Boykott des Labels Dolce&Gabbana auf.

Du kannst im Leben nicht alles haben…
Ich gebe ohne Umschweife zu, dass mein persönlicher Lieblingsduft aus dem Hause Dolce&Gabbana stammt – nicht ganz billig, dafür hält er fast bis zum nächsten Morgen. Nach einer Steueraffäre, in welche die beiden Modedesigner verwickelt gewesen seien, überlegte ich mir im Sinne der politischen Korrektheit einen Wechsel des Produkts. Dieser wird nun hinfällig, denn was die beiden Männer im Interview mit „Panorama“ von sich gaben, verdient tiefen Respekt. So erfahren wir von Dolce: "Es waren nicht wir, die die Familie erfunden haben. Du wirst geboren und hast eine Mutter und einen Vater. Oder zumindest sollte es so sein und deswegen bin ich auch skeptisch, was synthetische Kinder, gemietete Gebärmütter und Spermien aus dem Katalog anbelangt." Auf die Frage, ob er gerne Vater gewesen wäre, antwortete er: „Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben. Ich denke, man kann nicht alles im Leben haben. Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie.“

Paradoxe Homophobie
Diese Äußerungen lösten einen Angriffsturm der „politisch Korrekten“ gegen die beiden weltberühmten Modeschöpfer und ihre Marken aus. Sofort wurde die Diskriminierungs- und Homophobie-Keule geschwungen, kurioserweise gegen zwei Männer, die selbst homosexuell sind. Die Sänger Elton John und Ricky Martin riefen gar öffentlich zum Boykott gegen Dolce&Gabbana auf. Weitere Personen des öffentlichen Lebens haben in der Vergangenheit ihre Unterstützung für die "natürliche und traditionelle Familie" kundgetan und mussten daraufhin heftigste Attacken, Anfeindungen und Boykottaufrufe über sich ergehen lassen. Der Autor dieses Artikels erhielt als Reaktion auf einen Leserbrief, in dem er sich kritisch zur Homo-Ehe äusserte anonyme Post mit übelsten Beschimpfungen und Drohungen.

Privilegierung und nicht Diskriminierung
Die Ehe ist eine verbindliche Vereinigung von Mann und Frau – Punkt! Das ist keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, sondern eine Privilegierung der traditionellen Ehe und Familie. Diese stellt trotz hoher Scheidungsraten immer noch ein bewährtes Modell dar und gewährt den Kindern die Auseinandersetzung mit der Dualität von Mann und Frau.

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