Solidarität mit Michael Brown - Ja oder nein?

Die Geschichte ist ja nicht neu - doch nach wie vor ist der "Aftermath" in den Staaten vorhanden.

Der Todesfall des jungen M. Brown war der Auslöser für wütende Proteste seitens Afroamerikanischen Bürgern. War hier rassistisch motivierte Polizeigewalt am Werk?

Wie wohl viele wissen dürften, ist die Polizei in den Staaten nicht gerade für ihre Sanftmütigkeit bekannt - ein kurzer Auszug davon:

Angesichts solcher Aufnahmen und zahlreichen weiteren, ist es nicht verwunderlich, dass man die Polizei in den Staaten relativ schnell verdächtigt, in Wildwest-Manier zur Waffe zu greifen (und abzudrücken). Zur Verteidigung der "Cops" sollte man jedoch noch anmerken, dass das verdeckte Tragen von Feuerwaffen in den USA gerade in manchen Gegenden weit verbreitet ist. Ein Polizist muss also jederzeit damit rechnen, dass er auf einmal eine 9mm vor sich hat - in der Schweiz sind solche Fälle kaum existent.

Für diesen Beitrag motiviert hat mich unter anderem dieser kürzlich erschienene Artikel:

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Bei-Protesten-in-Ferguson-fallen-Schuesse-22152146

Böse Cops, unschuldiger schwarzer Teenager - wütende, anhaltende Demonstrationen. Schnell erklärt - oder nicht?

Wer war Michael Brown eigentlich - und weshalb kam er überhaupt in die Situation, die mit seinem Tod endete?

Wenige Minuten ehe Michael Brown auf den Polizisten traf, der ihn schliesslich mit seiner Waffe tötete, raubte er einen Kleinladen aus - Videoaufnahmen hier:

Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall_Michael_Brown#Straftat

Wie genau Brown starb, das ist bis heute nicht genau geklärt. Sicher ist, dass er einige Minuten zuvor in einem Laden mit Gewalt Zigarillos raubte und tätlich gegenüber dem Ladenbesitzer wurde.

Sicher ist ferner, dass der Polizist Darren Wilson nur deswegen auf Brown aufmerksam wurde, weil dieser sich mitten auf einer Strasse bewegte. Den Anweisungen, er solle auf den Bürgersteig gehen, eröffneten den Konflikt, der im Tod Browns endete.

Hier noch die Version Darren Wilsons: http://abcnews.go.com/US/officer-darren-wilsons-story-shooting-michael-brown/story?id=27156510

Ein Augenzeuge berichtet:

"Police got out and ran after him. And the next thing I know is he coming back towards them. The police had his gun drawn already".

Wie im obigen ABCNEWS-Bericht ersichtlich, ergab die Obduktion, dass die Kugeln Brown von vorne trafen und nicht von hinten. Die Aussage, dass Brown auf den Polizisten zurannte deckt sich also mit den Verletzungen.

Einige Zeugenaussagen erwiesen sich im Nachhinein als falsch - diese hier hält meiner Ansicht nach bis heute den nachprüfbaren Fakten stand.

Fest steht also folgendes:

Brown raubte einen Laden aus
Er lief mitten auf der Strasse, als Wilson in sah
Es gab offenbar ein Handgemenge, da Wilson Verletzungen davontrug
Brown wurde von vorne erschossen
Brown rannte vor seinem Tod von Wilson davon, kehrte danach jedoch um und rannte direkt auf ihn zu, ehe er erschossen wurde

Er war also ein Krimineller und massgeblich an seinem Tod selbst verantwortlich.

  1. Weil die Polizei nur deswegen in der Gegend war, weil ein Laden ausgeraubt wurde (durch Brown)
  2. Weil er durch sein ungewöhnliches Verhalten (Mitten durch die Strasse laufen) die Aufmerksamkeit Wilsons auf sich zog
  3. Weil er den Anweisungen des Polizisten nicht Folge leistete, sondern den Konflikt suchte
  4. Weil er - nachdem er den Gesetzeshüter höchstwahrscheinlich attackierte, noch auf diesen zurannte, obschon dieser bereits die Waffe gezückt hatte.

Er hatte also ganz offensichtlich einen Knall, kein vernünftiger Mensch würde sowas tun - eine tödlich Kombination von kriminellen Dummheiten.

Wie vorhin erwähnt, war der 20-Minuten Artikel nur ein Grund, diesen Beitrag zu erstellen - der Hauptgrund ist dieses Video hier, des Youtubers Mr. Madness Sotomayor.

"MeMadness", selbst ein Schwarzer Amerikaner spricht unter anderem über Ferguson und Michael Brown. Seine Kritik gilt nicht der Polizei, sondern den Afroamerikanern in den Staaten und deren Verhalten, wenn kriminelle Schwarze erschossen werden:

Er kritisiert den Hip Hop, welcher nur von Gewalt und Kriminalität handelt, die Tatsache, dass Drogendealer als "cool" gelten, dass erschossene Kriminelle nach ihrem Ableben mit Lob überschüttet werden und vieles mehr - er bringt das ganze humorvoll, aber mit harten Worten auf Band:

Gibt es also keine rassistische Polizeigewalt in den Staaten? Die gibt es sicherlich, doch der Vorfall in Ferguson gehörte definitiv nicht dazu und die Proteste (welche auch in Plünderungen und Schiessereien mündeten) sind nicht angemessen. Solidarität mit Michael Brown? Eher nicht.

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