Im Asylwesen ist jetzt Verantwortung und Kooperation gefragt, nicht Verweigerung, Wegschauen oder Banalisieren.

Es sind meine Reisen in andere Länder und Kulturen gewesen, die mir den Blick über die Schweiz - meine Heimat - hinaus geweitet haben. Eine solche Perspektive kann im Umgang mit Migrations- und Flüchtlingsfragen helfen. Ich frage nach der internationalen Situation und will wissen, wie es um die Not in den Krisenländern steht, und erfahre z.B., dass rund 60 Mio Menschen auf der Flucht sind, dass die Bevölkerung von Entwicklungsländern teils zu über 25% aus Flüchtlingen besteht. Und ich vergleiche mit meiner Heimat und werde dankbar. Ich frage, wie vor Ort geholfen werden kann. Und bemühe mich nach meinen Möglichkeiten zu unterstützen. Gleichzeitig sehe ich die Situation und Not in Europa und frage, wie können wir hier jenen helfen, die an Leib und Leben bedroht sind.
Ich staune, und es macht mich traurig, dass in der Schweiz Forderungen laut werden, niemandem mehr Asyl zu gewähren, Menschen in gefährliche Länder zurück zu schicken oder sich prinzipiell gegen Asylzentren zu wehren.
Gleichzeitig freue ich mich über jene Menschen in der Schweiz die Verantwortung übernehmen und kooperieren. Ich freue mich über jene, die Lösungen vorschlagen und umsetzen. Und ich freue mich auch über jene, die das Asylwesen verbessern (Verfahrensdauer, nationale Zentren) helfen, ohne die Verantwortlichen pauschal als Versager zu verurteilen. Das kommt mir als gefährliche Stimmungsmache oder schlimmer als billiger Wahlkampf vor.

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