Innovativi Betrieb, tüüfi Stüüre und en gueti Infrastruktur schaffed die wichtig Grundlag für euse Wohlstand. Do druf chönd mer stolz sii.

Gschätzti Walteschwilerinnen und Walteschwiler, liebe Fäschtgmeind, gschätzti Amtsträgerinne und Amtsträger,

ich freue mich Sie zur 1. Auguscht Asproch im schöne Walteschwil zdörfe begrüesse. Als stolze Walteschwiler, Freiämter und Aargauer isches für mich en bsunderi Ehr da zWalteschwil ade Bundesfiir dörfe zrede.
Adere Stell wett ich mich bereits bi de Organisatore vudem Alass, em Männerturnverein Walteschwil, em Sportverein Walteschwil, de Musiggsellschaft Walteschwil, de Füürwehr, em Bauamt und natürlich em Gmeindrot herzlich bedanke.
Ich han mer d’Frog gstellt was für mich de 1. Auguscht eigentlich bedüütet und han mich zersch mal amini Chindheit zrug erinnert. Mini erschti Erinnerig isch de Lampion Umzug und nochher sgrosse Füür do in Walteschwil.

Zusammenhalt und Einigkeit, Kompromiss

D’Bedüütig vu dem Tag isch mer natürlich nonig wirklich klar gsi – klarer isches dänn für mich ersch ide 5. Klass bim iiüebe vum Tellspiel worde. Ich han dazumal de Gessler dörfe spiele, aber gschaded hätts mer ned…Wiiter sind mer mitem Primarlehrer uf de Schuelreis d Tell Kapelle und de Schillerstei go aluege. Und da hani gmerkt, da isch öpper mächtig stolz uf sini Gschicht.
Spötischtens aber im Franzunterricht ide Oberstufe isch mer bewusst worde, dass jede einzel vu eus am Zämehalt vunere Nation tagtäglich muess schaffe oder ebe mindeschtens Franzwörtli und wenn möglich au na italienisch Wörtlich muess büffle. Spöter ide Rekruteschuel, wo mer s’erscht Mol wirklich Lüüt us allne Landesteil kenne lernt, hani gspürt was es heisst Zämehalt tagtäglich z’läbe und z‘erläbe und wie wichtig de für eus Schwiizer isch.
D’Identität vunere Nation entstoht scho im Schuelalter:
Gschätzi Walteschwilerinne und Walteschwiler, ich han mal glehrt, dass Walteschwil s’schönschte Dorf im Freiamt, s’Freiamt die schönscht Region im Aargau und de Aargau de schönschti Kanton vu de Schwiiz isch – aber ich glaube, das chönd mer hütt obe nur dWalteschwiler bestätige. Spötischtens zWohle gseht mer das scho weder chli andersch.
Zum de Zämehalt und die Identität idere Willensnation Schwiiz zverstoh, bruchts en Blick id Vergangeheit um ufd Errungeschafte vu de Schwiiz chönne zluege:
So ischs s’Johr 2015 s‘Johr vu de Fiire, mer fiired 700 Johr d’Schlacht vu Morgarte, 600 Johr d‘ Eroberig vum Aargau, 500 Johr d’Schlacht vu Marignano und mer erinnered eus an Wienerkongress vu 1815. Ich wott mich ned wiiter in Zahle vertüüfe und trotzdem sind die historische Ereignis prägend für Idendität vu de Schwiiz. Will nur wer sini Herkunft verstoht, isch grüschtet fürd Zuekunft.
Zämehalt inere Nation isch nütt was mer eifach chan, aud d’Eidgenosse händ das müesse lehre. Eroberig vum Aargau und die druffolgendi gmeinsami Verwaltig ab 1415 vu de Berner, Zürcher und Innerschwiizer hätt wesentlich zum Zämehalt, zur Kompromissbereitschaft und zur Einigkeit gäge usse biitreit. So chan mer säge und da druf dörfed mer Aargauer stolz sii: „Die Schweiz entstand im Aargau“.

I de Vorbereitig uf mini Red hätt mich dänn au wundergno wie d’Schwiiz eigentlich vor 100 Johr, also 1915 de 1. Auguscht gfiired hätt.
D‘ NZZ vum 3. Auguscht 1915 schriebt wie dazumal üblich, sehr bluemig: „Stadtpräsident von Winterthur hielt vor etwa einer 2000 köpfigen Turnergemeinde eine patriotische Ansprache, worin er zur Einigkeit und Einkehr mahnte und die hohe Bedeutung des Tages in patriotischen Worten hervorhob.“
Scho vor 100 Johr isch sich d’Schwiiz ned immer einig gsi, wie en Krise gemeinsam zbewältige isch.

So Diskussione sind ii eusere Demokratie aber normal und scho immer gfüehrt worde. Wichtig isch aber, dass sobald de Kompromiss stoht, alli hinder de Usfüherig vu dem Entscheid chönd stoo und de dänn au mitträged.
D‘ Vorussetzige fürs funktioniere vu de Schwiiz sind die direkti Demokratie und die hohi Kompromissbereitschaft. De Förderalismus fühert dezue, dass Minderheite respektiert werded und die vier Sprochregione vor allzu grosse Iiflüss us Bundesbern gschützt wirded. D’Stärchi vu de Schwiiz isches de Kompromiss zfinde und dänn in Einigkeit gäg usse ufztrete: Leider isch das hütt nümm immer de Fall. Doch vieli aktuelli Herusforderige, Flüchtlingswelle, Personefreizügigkeit, Bankgheimnis und vieli wiiteri Diskussione mit de EU chönd nur glöst werde, wenn d’Schwiiz und Politik mit einere gmeinsame Stimm redt.

En Nation mit vier Sproche, 26 Kantön und mit grosse regionale Unterschied zur Einigkeit und zum Zämehalt zbringe isch wahrlich kei eifachi Ufgab. Ei wichtige Punkt debi isch en guet usbauti Infrastruktur und gueti Verbindige. Das gilt ned nur für Nationalstrosse und d’Isebahne ide Romandie und ide Dütschschwiiz sondern explizit au fürd d’Abindig as Tessin.
Zum Zämehalt ghört aber au en funktionierende schlanke Staat, ohni gwüssi Regione z’bevorteile, sowie es funktionierends Sozialwese – wo det hilft wo‘s es brucht und sich aber gege Missbrüch effektiv chan wehre.
Für de Zämehalt zwüsched Jung und Alt spielt en gsicherti Altersvorsorg en wichtigi Rolle – genau das wird für eus na en grossi Herusforderig fürd Zuekunft.
Grad wenn einzelne Gruppe bewusst gegenand usgspielt werded und nur churzfrischtig für die nächschte 10 Johr plant wird. Goht de Zämehalt vu Jung und Alt verlore und d’AHV wird vor unlösbari finanzielli Problem gstellt.

Neutralität, Menschenrechte und Fortschritt

1915 isch Europa au die Krise gsi, au dazumal hätt d’Schwiiz en sehr wichtigi Rolle gspielt:
Ebefalls idere NZZ vum 3. Auguscht wird d’Schwiiz vu de öschterichisch ungarische Monarchie globt: „In diesem gigantischen Kriege steht die Schweiz als unverrückbarer Hort der vorbildlichen Neutralität da… und wiiiter.. Die hohe kulturelle Stufe, die die schweizerische Eidgenossenschaft seit jeher einnimmt, tritt jetzt sinnfälligst in Erscheinung und erhebt die Schweiz zum Faktor von grösster Wichtigkeit. Die Schweizer Regierung benützt jeden Anlass, um Einfluss in der Richtung der Humanität und des Fortschrittes geltend zu machen.“
Ide letschte 100 Johr hätt d’Schwiiz sehr viel gmacht ums Leid ide Welt chönne zlindere. Als Standort vum IKRK, Mitglied vu de UNO und vu de OSZE nutzed mer au hütt na jedi Glägeheit eus für Menscherecht, Friede und Fortschritt ii de Wält iissetze.
Debie hätt eus d‘Neutralität immer weder erlaubt bi Konflikt erfolgriich zVermittle. Mini Dame und Herre ich glaube uf die Tradition dörfed mer stolz sii.

De Fortschritt zeigt sich au ade stärchi vu eusem Wirtschaftsstandort. Innovativi Betrieb, tüüfi Stüüre und en gueti Infrastruktur schaffed die wichtige Grundlag für euse Wohlstand.
Die aktuelli Wirtschaftskrise ide EU zeigt au d’Stärchi vu de Schwiiz. Dank de Kompromissbereitschaft vu de Politik gitts bi eus nachhaltigeri Lösige, dank viel Eigeverantwortig vum Bürger und direkter Demokratie händ mer weniger Schulde und en viel tüüferi Arbeitslosigkeit. De Staat redt em Bürger ned ständig drii – und das isch en Schlüssel zum Erfolg.

Erschreckend in Europa isch für mich au die extrem höchi Jugendarbeitslosigkeit vu teilwiis über 50%. Die Jugendarbeitslosigkeit raubt nere ganze junge, frische und leischtigsbereite Generation d’Perspektive fürd Zuekunft mit vielne unabsehbare wirtschaftliche und soziale Folge für die kommende Johr. Das Problem kenned mer ide Schwiiz dank hervorragendem dualem Bildungssystem zum Glück ned – und dadruf chönd mer stolz sii.

Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit

D‘ Suechi nach Freiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit – de Erfolg vu jedere Nation - isch ide Vergangeheit fürd Eidgenosse ned immer eifach gsi. Es isch en grossi Leischtig, dass mer sid 1847 in Friede läbed, ohne ii eine vu dene grosse Konflikt vum letschte Johrhundert inezoge worde sii. Die grosse umliegende Mächt händ immer weder versuecht d’Neutralität vu de Schwiiz und ihri Unabhängigkeit zgförde und es isch sicher ned s’letschte Mol gsi wo das wird passiere. Jede wo Erfolg hätt, hätt au Niider – das wird sich au in Zuekunft leider nie ändere.

Unabhähgigkeit, heisst meh Freiheit, meh Freiheit heisst meh Eigeverantwortig. Dasch de Grundstei für Wohlstand und de Grund werums eus viel besser goht als de meischte Staate um eus ume.
Aber mer dörf ned vergässe de Umgang mit Freiheit und Unabhängigkeit, egal uf wellere Stufe, öb ide Familie, ide Gmeind, im Kanton oder bim Bund hängt immer mit em richtige Mass aa Eigeverantwortig zäme.
Hüttigstags wird d‘ Freiheit mit unzählige Verbot, Vorschrifte und Gsetz für alles und jede tagtäglich iigschränkt. Regulierige wirded oft automatisch ohni zÜberlegge übernoo und überd Uswirkige für de Bürger und d’Wirtschaft ned noedänkt.
Für eusi Freiheit müend mer dankbar sii. Freiheit isch ned überall uf de Wält selbstverständlich. Und mer dörfed ned vergässe: Es hätt ide letschte 724 Johr viel Kraft brucht sie z‘erlange und z’bewahre. Grad im hüttige moderne technische Ziitalter wo d’Überwachig vu jedem zu jederziit und überall möglich isch, wird d’Bewahrig vu de persönliche Freiheit und em Dateschutz immer wichtiger.
Als Schwiiz müend mer drum uf d‘Freiheit und d‘Unabhängigkeit achte, süscht gaht verlore, was über 700 Johr härt erarbeitet worde isch.
Dadebie müend mer glichziitig offe für Neus bliebe, dann nur mit Freiheit und mit Fortschritt, hätt en offeni und guet uusbildeti Schwiiz d’Chance au ide Zuekunft chönne zbestoh.
Gschicht vu eusem Land hätt zeigt, Offeheit, Unanbhängigkeit, Neutralität, Freiheit und Sicherheit isch de Schlüssel zu eusem Erfolg. Und au uf das chönd mer stolz sii, ned nur am erschte Auguscht, sondern s’ganze Johr. Uf mine Feriereise isch mer ufgfalle: Anderi Natione sind tagtäglich stolz uf ihres Land und zeiged das au – mer müends ned übertriebe, aber mer chönd eus dadevo en gueti Schiiebe abschniede.
Mer Schwiizer sind da viel zurückhaltender, obwohl mer kei Bodeschätz händ, chönd mer stolz sii ufd d’Schwiiz und ihri Errungeschafte.
Will: Mer sind eini vu de erfolgrichschte Natione vu de Wält.

Ich chume zum Schluss:

Ich bin überzügt mit memene starche nationale Zämehalt, meh Muet zur Einigkeit gäge usse, de Bewahrig vu Freiheit vum Einzelne sowie de konsequente Verteidigung vu eusere Neutralität und Unabhängigkeit mit gliichziitiger Offeheit für de Fortschritt sind mer gwappnet uf die globale Problem wo uf eus zuechömed.

D’Schwiiz isch und bliebt en Willensnation und wo en Wille isch, isch immer au en Weg.

Aso stossed Sie mit mer zäme hütt z’Obe aa uf de 724. Geburtstag vu de Schwiiz.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «1. August-Reden»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production