Wohlstand für alle. Was bringen Freihandelsabkommen?

Freihandel ist nicht schlecht, Freihandel ist eine interessante und gute Sache, aber der Begriff „Freihandel“ versteckt mehr als er offenbart. Er ist letztendlich ein ideologischer Begriff. Beim Freihandel muss man immer fragen: „Wer handelt frei? Zu wessen Nutzen? Wen muss man vielleicht auch schützen?“ Also Schutzbedürftigkeit gibt es ja auch in der Wirtschaft, bei den Schwachen, bei denjenigen, die nicht so viel Lobbymacht haben, und das wird doch durch den sehr beschönigenden Begriff „Freihandel“ zuerst mal unter den Tisch gekehrt.

Dieses Zitat von Prof. Dr. Max Otte aus der Sendung „Story im Ersten: Wohlstand für Alle“ erklärt kurz und prägnant die Chancen und Risiken von Freihandelsabkommen. In der Sendung kommen dabei die Erfahrungen mit NAFTA aus der Sicht der Arbeiter in der USA sowie in Mexiko zur Sprache, unterstrichen durch die pointierten Aussagen von Lori Wallach.
Die Freihandelszone NAFTA adressiert dabei nur den Warenverkehr und scheint den Menschen im Süden nicht genug Einkommen und Perspektiven zu bieten, als dass sie auf die illegale Migration über die tödliche Grenze verzichten würden.

TTIP wird möglicherweise den weltweiten Handel nachhaltig verändern und ich kann mir gut vorstellen, dass wir keine andere Wahl haben werden, als so schnell wie möglich mitzumachen. Falls man die gleichen Gewinner und Verlierer wie bei NAFTA entstehen lässt, wird sich die Immigration sowie die Verwässerung von Arbeitnehmer- und Konsumentenrechten wohl ähnlich entwickeln. Leider haben wir nur sehr beschränkt Möglichkeit, dieses Abkommen mitzugestalten.

„Freihandel ist gut, wenn er die Bürgerrechte und unsere soziale Marktwirtschaft schützt. Freihandel ist ein Desaster, wenn er dem Raubtierkapitalismus die Tür öffnet“

Prof. Dr. Max Otte

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