Irland, Spanien und Portugal mit Griechenland zu vergleichen ist wie den Tag mit Nacht zu verbinden

Wer die in Griechenland gescheiterte Austeritätspolitik mit den Erfolgen in Irland, Spanien und Portugal aufwiegen will, vergleicht Tag mit Nacht. Während in Irland, Spanien und Portugal mehr oder weniger ein Staatswesen europäischen Zuschnitts existiert, gleichen die Strukturen in Griechenland mehr denjenigen eines Drittweltlandes. Ausgehend von diesen unterschiedlichen Grundstrukturen, allen vier Staaten eine ähnliche Medizin zu verordnen, war und ist zu kurzsichtig. Mit den gegebenen Strukturen hätte Griechenland gar nie in den Euro aufgenommen werden dürfen. Dies war der erste Fehler.

Den zweiten Fehler begannen die beiden Kernstaaten Europas, Frankreich und Deutschland mit den Verletzungen der Maastricht-Kriterien. Dies lässt sich nicht mehr rückgängig machen, gehört aber zur Analyse rund um die Griechenland-Misere dazu.

Dass Griechenland unter all diesen Rahmenbedingungen innerhalb des Euro-Raumes wettbewerbsfähig werden kann, ist eine funktionierendes Staatswesen unumgänglich. Die Versäumnisse der Vergangenheit lassen sich nicht jedoch nicht kurzfristig korrigieren. In diesem Kontext scheint ein befristeter Grexit aus dem Euro rein rational eine valable Alternative zu sein. Wobei anzufügen ist, dass jeder zukünftige Weg Griechenlands weitere erhebliche Einschnitte für die griechische Bevölkerung bedeutet.

Mir scheint jedoch ein befristeter Weg ausserhalb des Euro für die griechische Wirtschaft mittel- bis langfristig erfolgsversprechender zu sein, als die Gesundung innerhalb der Euro-Zone. Gescheitert ist in Griechenland auch die Austeritätspolitik von Resteuropa und dem IWF. Ebenfalls ein Grund sich neue Rezepte zu überlegen. Ebenfalls klar ist, dass Griechenland die Schulden nie zu 100% zurückzahlen kann. Ein neuerlicher Schuldenschnitt ist daher unumgänglich.

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