Gegner des Asylzentrums in Deitingen disqualifizieren sich selbst

Die Gegner des geplanten Asylzentrums in Deitingen haben die Unterschriftensammlung gegen das Vorhaben gestartet. Sie erklären den Widerstand unter anderem mit den Worten: "Wir wollen hier im Schachen nicht der Abfalleimer des Kantons sein." (Quelle: Solothurnerzeitung vom 9.6.2015) Zudem seien bereits einschlägige Erfahrungen mit dealenden Asylsuchenden, insbesondere "jungen Afrikanern" gemacht worden.

Es ist völlig legitim, dass in einer Demokratie die Gegner auch die Auseinandersetzung suchen und mit Argumenten zu überzeugen versuchen. Dennoch stehen einem ab einer solch abstrusen und despektierlichen Argumentation die Haare zu Berge. Wer ein Dorf mit einem Asylzentrum als Abfalleimer bezeichnet und damit die Asylsuchenden indirekt als Müll abstempelt, disqualifiziert sich selbst.

Zudem ist es völlig inakzeptabel alle Asylbewerber über einen Kamm zu scheren und als Drogendealer zu verdächtigen. Klar ist: Wer dealt, egal ob SchweizerIn oder AsylbewerberIn, gehört bestraft. Dies wird auch in der Praxis so gehandhabt. Um dieses Problem zu lösen, müsste es den Asylsuchenden erlaubt sein einer Beschäftigung nachzugehen und es müssten unter Umständen auch sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden. Es ist offensichtlich, dass die Gegner ihre Aversion gegen Fremde mit harmlos klingenden Sätzen zu tarnen versuchen. Nach dem Motto: "Ich habe nichts gegen Asylbewerber und ihnen soll geholfen werden, aber ich will keine Asylbewerber." Eine doppelzüngige und widersprüchliche Argumentation.

Gemeinsamer Austausch

Es ist völlig unverständlich, warum sich die Gemeinde und Teile der Bevölkerung mit Anhängern der EDU gegen eine solches Zentrum wehrt. Schliesslich geht es darum, die beste Lösung für die Menschen zu finden, die in so einem Zentrum leben müssen. Dieser Widerstand auf Vorrat, der nur auf Vorurteilen berruht, hilft niemandem. Spätestens bis im Oktober 2017 muss eine menschenverträgliche Lösung organisiert sein. Das Zentrum im Deitinger Schachen scheint hierzu geeignet zu sein. Ich hoffe, dass gewisse Teile Bevölkerung ihre unberechtigten Vorbehalte gegenüber Asylsuchenden im gemeinsamen Austausch mit ihnen bald abbauen können. Dann steht einem respektvollen und friedlichem Miteinander, wie es auch in Egerkingen problemlos möglich war, nichts mehr im Wege. Schliesslich suchen Asylbewerbende nichts anders als Schutz und eine Zukunft. Berechtigte Anliegen, die wir ihnen gewähren sollten!

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